Kurssicherung - "Überzählige" Aktien - EADS-unter Druck
Daimler-Chrysler wirft EADS-Aktien auf den Markt

Der deutsch-amerikanische Autokonzern trennt sich von dem als nicht strategisch eingestuften Teil seiner Aktien am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Das Geld soll aber erst in drei Jahren fließen.

HB STUTTGART. „Wir machen das, um das gegenwärtig attraktive Kursniveau der EADS auszunutzen“, sagte ein Daimler-Chrysler-Sprecher am Donnerstag in Stuttgart. Die Deutsche Bank platziere im Zuge eines Kurssicherungsgeschäfts bis zu 16 Millionen EADS- Aktien - zwei Prozent des Grundkapitals - aus dem Besitz von Daimler-Chrysler bei institutionellen Investoren, teilten die Bank und der Autokonzern mit. An seiner als von der Deutschen Bank als „unzweifelhaft strategisch“ bezeichneten Beteiligung von 30,07 Prozent an der EADS will Daimler-Chrysler festhalten.

Das Geld aus der Platzierung - zum gegenwärtigen Kurs rund 340 Millionen Euro - soll Daimler-Chrysler aber aus steuerlichen Gründen erst im Jahr 2007 zufließen, wie der Sprecher erklärte. Dann muss der Konzern keine Steuern mehr auf den Erlös zahlen. „Die Kurssicherung erlaubt es Daimle-rChrysler gleichzeitig, an (...) möglichen zukünftigen Steigerungen des EADS-Aktienkurses zu partizipieren“, teilte die Deutsche Bank in London mit.

Händler hatten zuvor berichtet, das Institut biete im Auftrag von Daimler-Chrysler EADS-Aktien zu Kursen von 21,10 bis 21,35 Euro an. Die im Nebenwerteindex MDax notierten Aktien der EADS fielen am Donnerstag um 2,9 Prozent auf 21,32 Euro.

Daimler-Chrysler hält seit der Fusion von Aerospatiale und Dasa zur EADS vor vier Jahren 32,8 Prozent der Anteile an dem Airbus-Hersteller. Davon gelten nach Angaben von Daimler-Chrysler aber nur 30,07 Prozent als strategisch, die übrigen 2,73 Prozent werden als „überzählig“ (“excess shares“) bezeichnet. Ebenfalls 30,07 Prozent liegen beim französischen Staat und der Lagardere-Gruppe. Die Großaktionäre hatten sich bei dem Zusammenschluss verpflichtet, daran langfristig festzuhalten.

Die EADS ist die einzige wesentliche Beteiligung außerhalb des Automobil-Sektors, die Daimler-Chrysler noch hält. Zuletzt hatte sich der Konzern von dem Münchener Flugzeugturbinenbauer MTU Aero Engines getrennt. Absichten, auch die EADS-Beteiligung zu verkaufen, hatte DaimlerChrysler stets dementiert. Auf Grund des vorübergehend gesunkenen Aktienkurses der EADS hatte Daimler-Chrysler im vergangenen Jahr 1,96 Milliarden Euro auf die Beteiligung abschreiben müssen. Die EADS steht seither noch mit 3,5 Milliarden Euro in den Büchern von Daimler-Chrysler, was nach Reuters-Berechnungen einem Kurs von rund 13,10 Euro entspricht.

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