Kurssturz setzt sich fort
New-Century-Aktien brechen erneut ein

Der Hypothekenanbieter New Century steht nach Einschätzung von Analysten kurz vor einer Insolvenz.

HB NEW YORK. Das Unternehmen habe einen letzten Versuch gestartet, um einen Zusammenbruch zu vermeiden, schrieb JPMorgan-Analyst Andrew Wessel am Freitag. Er rechne damit, dass New Century in der nächsten oder übernächsten Woche Gläubigerschutz nach Kapitel Elf anstreben könnte. Auch andere Experten äußerten sich ähnlich. Die Aktien brachen erneut um knapp 18 Prozent ein. Seit Jahresbeginn haben die Papiere damit ungefähr 90 Prozent an Wert verloren.

New Century hatte am Donnerstag die Ausgabe neuer Kredite gestoppt und sich frisches Geld gesichert. Mit der Situation vertraute Personen gaben an, die US-Bank Morgan Stanley habe die Summe von mehreren hundert Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Vor etwa einer Woche setzte der Kurssturz ein, als New Century vor etwa einer Woche strafrechtliche Ermittlungen bekannt gegeben hatte. Die Immobilienfirma räumte zudem ein, sein Überleben könne von der Unterstützung der eigenen Gläubiger abhängen. Die Probleme des US-Hypothekenmarktes haben auch europäische Banken erreicht. Die Schweizer Großbank UBS hat einem Sprecher zufolge einen Kredit an das Unternehmen ausgegeben, auch die Bank Barclays soll zu den Gläubigern gehören.

New Century gehört zu den größten Unternehmen auf dem Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen (“subprime mortgages“) - das sind Kredite, die an Kreditnehmer mit schlechter Bonität ausgegeben werden. Während des Booms auf dem US-Häusermarkt haben mit derartigen Krediten viele Häuserkäufer ihre Eigenheime finanziert, einige gaben das Geld auch für den Konsum aus.

Mit dem Ende der Preissteigerungen für Wohnimmobilien können nun einige Kreditnehmer ihre Hypotheken nicht mehr bedienen, was auch die Gläubiger in Mitleidenschaft zieht. Im vergangenen Jahr sind mehr als 20 Unternehmen aus dem Markt ausgestiegen - manche freiwillig, einige nach einer Insolvenz.

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