Kurze Verschnaufpause erwartet
Dax-Ausblick: „6 000“ ist nicht mehr weit

Fast 350 Punkte hat der Dax seit Jahresbeginn zugelegt und dabei erstmals seit 2001 die Marke von 5 800 Punkten übersprungen. Nach dieser Aufwärtsbewegung könnte der deutsche Leitindex in der kommenden Woche zunächst eine Verschnaufpause einlegen, um dann die 6 000er-Marke anzusteuern, meinen Börsenbeobachter.

HB FRANKFURT. „Ich rechne damit, dass sich der Dax in der kommenden Woche auf dem aktuellen Niveau bewegen wird. Vielleicht wird er auch ein wenig zur Schwäche neigen“, sagt Hans-Jörg Naumer, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Fondsgesellschaft Dit, „eine Ruhephase nach dem langen Aufwärtstrend würde dem Dax auch mal ganz gut tun.“. Ähnlich äußert sich auch Aktienstratege Christian Kahler von der DZ Bank. „Die Wahrscheinlichkeit, dass der Dax eine Verschnaufpause einlegen wird, steigt nach den jüngsten Kursgewinnen“, prognostiziert er.

Trotz möglicher Kursverluste sind die Aktienstrategen aber nach wie vor positiv für die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes in den kommenden Wochen gestimmt. Einige Beobachter rechnen sogar damit, dass schon bald Sektkorken auf dem Frankfurter Börsenparkett knallen, weil auf der elektronischen Dax-Anzeige die „6 000“ aufleuchtet. „Die Börse führt momentan ein Eigenleben und feiert sich selbst“, sagt Frank Schallenberger. Der leitende Aktienstratege der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sieht den deutschen Leitindex stramm auf die nächste runde Marke zumarschieren, die ja ohnehin nur noch 200 Punkte entfernt sei. Und wenn nicht in der kommenden Woche, so werde der Dax die „6 000“ auf jeden Fall noch im laufenden Quartal knacken.

Positive Grundstimmung

Mit höheren Kursen rechnet auch Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt auf Sicht von vier bis acht Wochen. „Der Dax dürfte sich in Richtung 6 000 Punkte bewegen“, erwartet er. Allerdings vorausgesetzt, dass sich der Atomstreit mit dem Iran nicht zuspitze und die Vogelgrippe unter Kontrolle bleibe. „Die Vogelgrippe wird am Markt derzeit diskutiert“, ergänzt er. Die Frage sei, ob und wann die Krankheit die Wirtschaft belasten werde. „Das könnte der Fall sein, wenn es zu einer Einschränkung des weltweiten Handels kommt.“ Bislang haben Börsianer solche Ängste ebenso abgeschüttelt wie neue Zinserhöhungssorgen nach der Antrittsrede des neue US- Notenbankpräsidenten Ben Bernanke.

Denn am Grundtenor hat sich nach Ansicht vieler Beobachter nichts geändert: Positives sorge für gute Stimmung am Gesamtmarkt, während schlechte Nachrichten - wie zuletzt auf Unternehmensseite von DaimlerChrysler und der Deutschen Post - nur die Überbringer der Hiobsbotschaften selbst belasteten. Die jüngsten Versicherungsabschlüsse der Münchener Rück und eine Verdoppelung der Dividende durch die Commerzbank seien Wasser auf die Mühlen der Bullen. „Das Hauptargument für weitere Kursgewinne des Dax bleibt die günstige Bewertung im Vergleich zu den USA und anderen europäischen Börsen“, sagt Aktienstratege Kahler von der DZ Bank.

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