Kurzfrist-Prognose für die neue Börsenwoche
Dax-Ausblick: Börsianer sind nervös

Fast hätten die Anleger es geschafft und durch ihre Käufe den Dax auf sein Allzeithoch von 8 136 Punkten gehievt. Dann ging ihnen doch die Puste aus. Der Index musste einen kräftigen Rücksetzer verkraften. Doch die Gipfelstürmer bleiben dran.

HB FRANKFURT. Viele Beobachter sind zwar skeptisch, dass die Marke schon in der kommenden Woche übersprungen wird, aber die Stimmung an der Börse ist nach wie vor gut – einerseits. Auf der anderen Seite nimmt die Nervosität zu. Börsianer fragen sich, wohin die Zinsen gehen. In einem solchen Umfeld können Konjunkturdämpfer auch schnell einmal die Börse bremsen, wie aktuell die Reaktionen auf die ZEW- und Ifo-Zahlen zeigten.

„Am Markt dürfte zwar Zurückhaltung einkehren, aber keine Ernüchterung. Die Anleger könnten auch mal einige Gewinne einstreichen“, erwartet Marktstratege Bernd Krampe von der NordLB. Auch Anlageexperte Michael Köhler von der LBBW schließt für die kommende Woche leichte Kursverluste nicht aus. „Schwache Handelstage sollten die Investoren nutzen, um wieder einzusteigen. Denn ein Ende des Aufwärtstrends ist auf längere Sicht nicht abzusehen“, empfiehlt er.

Am Mittwoch war der Dax bis auf knapp 8 132 Stellen geklettert und hatte damit das im März 2000 erklommene Rekordhoch bei 8 136 Zählern nur um wenige Punkte verfehlt. Seit Jahresbeginn hat der Dax damit mehr als 20 Prozent gewonnen. Am folgenden Tag war es mit der Party am deutschen Aktienmarkt aber auch schnell wieder vorbei: der Leitindex sackte um 1,5 Prozent ab. Der Kursrutsch bestätigte damit die Statistik, die in den fünf Tagen nach dem großen Juni-Verfall zumeist schwächere Kurse erwarten lässt.

„Wir werden wohl auch in der nächsten Zeit eher kräftige Zickzack-Bewegungen haben als eine deutliche Korrektur“, prognostiziert Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. In Abwärtsphasen würden die Märkte immer wieder von dem nach wie vor guten konjunkturellen Umfeld aufgefangen. „Außerdem ist viel Geld da, was investiert werden kann“, ergänzt Sonnenschein. Dieses Argument führen auch die Anlageexperten der Deutschen Bank für ihre Erwartung steigender Dax-Kurse an: Das Interesse an deutschen Aktien nehme im Ausland weiter zu, sagten die Aktienstrategen bei einer Investorenkonferenz.

Mit der Situation im Jahre 2000, als kurz nach dem Erreichen des Rekordhochs die Kurse ins Bodenlose fielen, wollen die Aktienexperten den jetzigen Höhenflug nicht vergleichen. „Die Unternehmensgewinne sind heute viel höher als noch 2000, damit ist das Rückschlagspotenzial sehr begrenzt“, sagt LBBW-Experte Köhler. Viele optimistische Beobachter sehen das ähnlich und glauben daher, dass der Leitindex über kurz oder lang einen neuen Anlauf auf die Marke von 8 136 Punkten starten wird.

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