Londons Terminbörse
Liffe setzt Maßstäbe

Sie gehörten zum Bild der City of London wie die Towerbridge zur Skyline der britischen Hauptstadt: Die Händler der Terminbörse Liffe, der International Financial Futures and Options Exchange mit ihren knallbunten Jacken. Die jeweilige Farbkombination stand für den Broker, für den der Händler arbeitete.

PARIS/LONDON. Sie gehörten zum Bild der City of London wie die Towerbridge zur Skyline der britischen Hauptstadt: Die Händler der Terminbörse Liffe, der International Financial Futures and Options Exchange mit ihren knallbunten Jacken. Die jeweilige Farbkombination stand für den Broker, für den der Händler arbeitete. Doch seit rund fünf Jahren ist Ruhe im Handelssaal in Cannon Bridge eingekehrt. Seit November 2000 läuft bei der Liffe der Handel ausschließlich über den Computer, genauer gesagt, über das hauseigene System Liffe Connect. „Seit diesem Datum hat sich das Volumen der gehandelten Kontrakte verdoppelt“, sagt Ian Dudden, der bei der Liffe für den Handel mit Rohstoff-Kontrakten zuständig ist.

Die Londoner Terminbörse ist im Vergleich zu ihren großen Vorbildern in Chicago noch recht jung. Die Liffe wurde erst 1982 gegründet. Dennoch hat sie eine bewegte Geschichte hinter sich, die nicht ohne Krisen ablief. Denn fast hätte die Liffe die technologische Revolution verpasst. Heute hat sich die Liffe, die mittlerweile der Vierländer-Börse Euronext gehört, auch im Rohstoff-Sektor etabliert. „Bei Soft-Commodities wie Kakao, Robusta Kaffee oder weißem Zucker zählen wir mit den New Yorker Board of Trade zum Führungsduo weltweit“, sagt Dudden.

Die Preise, die sich an der Liffe bilden, gelten als Benchmark für den gesamten Markt. Angesichts des neu erwachten Interesses der institutionellen Investoren für Anlagen in Rohstoffen ist der Liffe-Manager für die Zukunftsaussichten optimistisch gestimmt.

Der Handel mit Rohstoff-Kontrakten an der Liffe verläuft dynamisch, doch der größte Teil des Geschäfts entfällt auf Finanzkontrakte, mehr als die Hälfte des Volumen auf Aktienderivate. Rund 40 Prozent stammt aus dem Geschäft mit Zins-Kontrakten wie zum Euribor, dem kurzfristigen Zinssatz, zu dem sich Banken in der Euro-Zone gegenseitig Geld leihen. Dass ausgerechnet die Liffe das Geschäft mit diesem wichtigen Zins der Euro-Zone macht, kann als Revanche der Liffe gegenüber ihrer deutschen Konkurrentin Eurex angesehen werden. Denn diese schnappte der britischen Konkurrenz der 90er-Jahre den Löwenanteil des Geschäfts mit dem Bund-Future weg, die Benchmark in Europa für langfristige Zinsen. Daran wäre die Liffe beinahe zu Grunde gegangen.

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