Märkte in Spannung
Dax-Ausblick: Der Ölpreis-Joker

Weniger Unternehmensnachrichten, dafür wieder mehr Spannung auf der Konjunkturseite - so dürfte sich das Umfeld für die Aktienmärkte in der kommenden Woche darstellen. Als Joker könnte sich der Ölpreis erweisen: Sinkt er weiter, dürfte das die Aktienkurse beflügeln. Wären da nicht die Konjunktursorgen.

HB FRANKFURT. Die Aussichten für den Aktienmarkt bleiben verhalten. Seit Ende vergangener Woche hat sich der Dax wenig verändert, der Leitindex pendelte am Freitag Nachmittag um 6 440 Punkte. Die nächste Woche wird nach Einschätzung von Aktienstrategen viel Spannung, aber wenig Bewegung bieten.

„Die Mehrheit der Anleger bleibt angesichts der bestehenden Unwägbarkeiten in der Warteposition“, sagt Markus Reinwand von der Helaba und verweist unter anderem auf den anhaltenden Strom negativer Nachrichten aus dem Finanzsektor. Da die Zahl der Quartalsberichte von Firmen langsam abebbt, dürfte der düstere Konjunkturausblick in den Vordergrund rücken.

Der Fokus verlagere sich dabei von den USA auf die Euro-Zone, sagt Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors. Als „Joker“ für die Börse könnte sich Naumer zufolge der Ölpreis erweisen, der seit seinem Rekord im Juli von fast 150 Dollar je Fass um mehr als 20 Prozent gefallen ist. „Das zerpflückt Konjunktur- und Inflationssorgen und könnte für den Markt sehr positiv und förderlich sein.“ Die sinkenden Rohstoffnotierungen haben bei den deutschen Unternehmen einen nachlassenden Margendruck zur Folge.

Der stärker werdende Dollar wiederum könnte die Aktienkurse exportorientierter deutscher Firmen stützen, denn ihre Wettbewerbsbedingungen im Dollarraum verbessern sich. Darüber hinaus ist die nun ausklingende Berichtssaison nicht so schlecht verlaufen, wie teilweise im Vorfeld erwartet worden war.

Bleiben die Sorgen um verschiedene Branchen. Finanzwerte dürften auf Grund möglicher abermaliger Abschreibungen weiteren Kapitalbedarf mit sich bringen. Der teils angekündigte Stellenabbau im Bereich Investmentbanking macht deutlich, dass die Cash-Quellen der vergangenen Jahre versiegen und die Eigenkapitalrendite unter Druck gerät. Die zyklischen Konsumwerte dürften in den kommenden Monaten unter einem aufgrund der Reallohnentwicklung schwächeren privaten Verbrauch leiden.

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