Märkte reagieren
Greenspan warnt vor Börsencrash

Das Wort des ehemaligen Chefs der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan, hat nach wie vor Gewicht. Kaum hatte er vor einem „dramatischen Einbruch“ an den chinesischen Börsen gewarnt, ging der US-Markt in die Knie und im Gefolge auch die asiatischen Börsen. Dabei steckt in Greenspans Äußerungen auch ein Hoffnungsschimmer.

HB MADRID. Die jüngsten Kursanstiege in China seien nicht nachhaltig, sagte Greenspan am Mittwoch auf einem Manager-Treffen in Spanien. Eines Tages werde es einen kräftigen Einbruch geben, ergänzte er, ohne einen Termin zu nennen. Das Wirtschaftswachstum weltweit sei jedoch stark genug, um auch einen Verfall der Aktienpreise in China auszuhalten.

Als Reaktion auf Greenspans Äußerung drehten die US-Aktien ins Minus, nachdem der Dow Jones im Verlauf des Tages noch ein Allzeithoch marktiert hatte – zum 24. Mal in diesem Jahr. Der Index schloss 0,11 Prozent im Minus bei 13 525 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,12 Prozent auf 1 522 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 0,42 Prozent auf 2 577 Stellen nach.

Auslöser von Greenspans Warnung war der Rekordstand, auf dem die Börse in Schanghai kurz zuvor geschlossen hatte. Seit Jahresanfang liegt das Plus bei etwa 55 Prozent. Der chinesische Festlandsindex CSI 300 ist seit Jahresbeginn sogar knapp 93 Prozent gestiegen.

Der Dax büßte am Donnerstagmorgen in Reaktion auf die schwachen Vorgaben aus New York und Tokio einen Teil seiner Vortagesgewinne wieder ein. Der Leitindex eröffnete 0,5 Prozent im Minus bei 7 696 Punkten.

Link:
Weitere aktuelle Berichte von den internationalen Börsen finden Sie hier.



Zum Jahresanfang hatte eine drastische Kurskorrektur in China die Märkte weltweit schockiert. Die Indizes haben sich jedoch schnell erholt und erklimmen fast täglich neue Rekordmarken. Der Dax stieg am Mittwoch um 1 Prozent auf 7 736 Punkte und damit den höchsten Stand seit sieben Jahren. Das Allzeithoch bei 8 064 Punkten gerät nach fünf Tagen mit Kursgewinnen in Folge in Sichtweite: „Wir werden den Rekord in diesem Jahr sehen“, sagte Stratege Robert Halver von Vontobel Asset Management. Zum Engagement am Aktienmarkt fehlten zurzeit einfach die Alternativen.

Greenspan warnte jedoch vor allzu großem Optimismus. Er rechnet nicht mit einer Fortsetzung des weltweiten Wirtschaftswachstums im Tempo der vergangenen Jahren. „In den vergangenen fünf Jahren ist die Welt insgesamt schneller gewachsen als zu irgendeiner anderen Zeit in der Weltgeschichte“, sagte Greenspan. „Das kann nicht andauern und wird nicht andauern, weil es eine einmalige Anpassung ist.“ Das derzeitige Hoch sei auf die billigen Exporte aus China und die Arbeitskräfte in Osteuropa zurückzuführen, gekoppelt mit einer niedrigen Inflation und niedrigen Zinsen.

Asiaten nehmen's gelassen

Die nach den Greenspan-Äußerungen schwachen US-Märkte haben auch Tokio belastet. Anleger machten zudem Kasse nach drei Tagen Kursgewinnen in Folge: Vor allem Aktien, die in den vergangenen Tagen zugelegt hatten, etwa Banken-Titel, wurden abgestoßen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gab um 0,05 Prozent nach auf 17 696 Zähler. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,11 Prozent zu auf 1 738 Punkte.

In China selbst gaben die Aktien zwar nach, es kam indes nicht zu einem massiven Kursrutsch. Der Shanghaier Leitindex lag zuletzt knapp 1,3 Prozent im Minus. Analysten sagten, die Sorgen des Auslands über den chinesischen Markt erreichten nur langsam das Shanghaier Parkett.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%