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Rekordjagd im Schatten des Dow

Der Dax hat ein weiteres Jahreshoch erreicht - einmal mehr möchte man sagen. Bis auf 7 675 Punkte ging es für den deutschen Leitindex heute bereits nach oben, zum Allzeithoch aus dem März 2000 fehlen ihm damit keine 400 Punkte mehr. Noch ein Stück weiter ist bereits das Wall-Street-Barometer S&P 500. Ganze zwei Pünktchen fehlen dem Index, der drei Viertel der amerikanischen Börsenkapitalisierung abbildet, um seinen 2000er-Rekordstand von 1527 Punkten zu übertreffen. Blickt man auf die positiven US-Futures, könnte ihm dies heute ohne weiteres gelingen.

Dass die Rekordjagd des S&P überhaupt so lange dauerte - der wenig repräsentative, aber deutlich populärere Dow Jones jagt schon seit Oktober 2006 von einem Hochpunkt zum nächsten - liegt an der stärkeren Technologielastigkeit des breit gefassten Index. Die hat ihn in der Korrektur Anfang des Jahrtausends weiter zurückgeworfen als den prominenten Bruder. Entsprechend mühsamer gestaltete sich der Aufholprozess.

Jetzt aber stehen die Ampeln aber auch für den S&P auf grün - zumindest vorläufig. Zwar reißen die Warnungen von Analysten und Strategen nicht ab, die einen stärkeren Konjunkturabschwung in den USA und einen Knick bei den Unternehmensgewinnen prognostizieren. Bisher gibt es hierfür allerdings keine verlässlichen Signale. Im Gegenteil: Auch im ersten Quartal hat die Mehrheit der US-Firmen die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Hinzu kommt das florierende Geschäft mit Übernahmen und Fusionen (M&A). Kaum ein Tag vergeht ohne Meldungen über weitere Milliarden-Fusionen. Und Experten gehen davon aus, dass der M&A-Zyklus gerade noch ein gutes Stück vom Höhepunkt entfernt ist. Das schafft Potenzial für weitere Kursgewinne an den US-Börsen und weitere Rekorde von Dow-Jones und S&P 500. Für den dritten großen US-Index, das Technologiebarometer Nasdaq-100, dürfte es in der aktuellen Rally allerdings kaum zu einem neuen Allzeithoch reichen. Denn der Spitzenwert aus dem Jahr 2000 liegt bei gut 4700 Punkten - gestern schloss der Nasdaq-100 bei 1911.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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