Marktausblick
Aktienexperten prophezeien Jahresendrally

An der Frankfurter Börse ist der Optimismus groß: Strategen setzen auf steigende Kurse. Die Daten in dieser Woche werden Anhaltspunkte dafür geben, ob der Optimismus berechtigt ist.
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FRANKFURT. Alle Jahre wieder dasselbe Spiel. Sobald die letzten Wochen des Jahres anbrechen, macht an der Börse ein Wort die Runde. Es klingt verheißungsvoll, ist gleichzeitig mit Mythen behaftet. Keiner ist sich so recht sicher, ob es sie wirklich gibt: die Jahresendrally. Dahinter verbirgt sich die Vorstellung, dass die Börsen noch einmal zum Endspurt ansetzen und den Anlegern einen versöhnlichen Jahresausklang bescheren.

Aktienexperten und Strategen spekulieren bereits auf die Schlussrally. Es spreche viel dafür, dass der Dax zu einer Rally Richtung Jahresende ansetzen könne, sagt etwa Andreas Hürkamp von der Commerzbank. Noch weiter geht Franz Wenzel von Axa Investment Managers: „Wir sind schon mitten drin in der Jahresschlussrally. Ein weiterer Kursanstieg von zehn bis 15 Prozent vom aktuellen Niveau bis zum Jahresende würde mich nicht wundern.“ Klaus Kaldemorgen, Leiter des Aktienfondsmanagements bei der Fondsgesellschaft DWS, sieht den Dax zum Jahresende sogar in Richtung 6 500 Zähler steigen.

Als Treiber einer solchen Jahresendrally gelten mit Geld beladene Börsenprofis und Fondsgesellschaften, die ihr Portfolio kurz vor Schluss aufhübschen wollen. Der Theorie nach kaufen sie Aktien zusammen, die zuvor gut gelaufen sind. Bestückt mit den Gewinnern soll das Depot einen guten Eindruck machen für den Start ins neue Jahr.

Aber lässt sich das Phänomen statistisch überhaupt belegen? In einer aktuellen Studie von Goldman Sachs heißt es dazu: „In Jahren, in denen die Börsen stark zugelegt haben, war sehr oft auch der Börsenmonat Dezember stark. Wir erwarten ein ähnliches Bild in diesem Jahr.“ Die Goldman-Experten haben saisonale Muster an den Börsen seit den siebziger Jahren ausgewertet. Der Dezember sei historisch betrachtet einer der besten Monate überhaupt. Aktien hätten sich in diesem Monat etwa doppelt so gut entwickelt wie in einem Durchschnittsmonat. Die besten Papiere seien im Dezember traditionell die Finanzwerte und Zykliker gewesen, während Rohstoffwerte schlechter abgeschnitten hätten.

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