Markthintergrund
Analysten stufen IKB-Aktie nach Gewinnwarnung ab

Die Aktie der IKB Deutsche Industrie Bank AG bricht im frühen Handel am Montagmorgen nach einer überraschenden Gewinnwarnung und dem Rücktritt des Vorstandssprechers ein.

FRANKFURT Gegen 10.05 Uhr verlieren die Papiere 16,7 Prozent auf 17,89 Euro. Die im MDax gelistete Bank hatte in der Nacht mitgeteilt, dass das Ergebnis im laufenden Jahr deutlich niedriger ausfallen werde als die geplanten 280 Mill. Euro und dies mit der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt begründet. Die Reaktion von Analysten auf die Gewinnwarnung der IKB ist deutlich: Die WestLB hat ihr IKB-Kursziel auf 22 (zuvor 33) Euro gesenkt. Auch Bankhaus Lampe haben ihr Kursziel von 34 auf 20 Euro deutlich nach unten korrigiert.

Dirk Becker von Kepler Equities stuft die Situation als „Debakel“ ein. Noch vor zweieinhalb Wochen habe die Bank mitgeteilt, dass Verluste im Zusammenhang mit US-Immobiliendarlehen nur einen relativ niedrigen Betrag ausmachen würden und die Bank ihre Ziele erreichen werde. „Nun wurde die IKB von den Ereignissen überholt“, kommentierte der Analyst. Der Einbruch am US-Immobilienmarkt habe zur Folge, dass die Commercial-Paper-Programme des Conduits „Rhineland Funding' praktisch unverkäuflich geworden seien. Das Volumen belaufe sich immerhin auf 13 Mrd. Euro.

„Ich würde die IKB-Aktie nicht kaufen, auch wenn sie 15 Prozent verliert“, sagte der Analyst. Mit dem Einspringen der KfW sei zwar „die Kuh vom Eis“, die Programme könnten also fortgeführt werden; allerdings müsse die IKB Bank nun Avalprovisionen an die KfW zahlen. Ein Aval ist eine Bürgschaft oder eine Garantie, die von einem Kreditinstitut vergeben wird. Durch die Gewährung eines Avalkredits geht das Kreditinstitut eine Eventualverbindlichkeit ein. Nur spekulieren kann man laut Becker darüber, welche Kreise die Immobilienkrise in den USA noch zieht.

Noch vor knapp zwei Wochen hatte das Unternehmen erklärt, dass das Engagement am US-Immobilienmarkt nur einen geringe Beitrag ausmacht und ihre Ziele bekräftigt. Nun scheinen die Risiken so groß zu sein, dass die staatliche Förderbank KfW zur Absicherung einspringen muss. Der ehemalige Sprecher des IKB-Vorstandes, Stefan Ortseifen, muss daher seinen Hut nehmen. Neuer Vorstandssprecher wird der KfW-Manager Günther Bräuning.

Die Refinanzierung des von der IKB gemanagten Conduits „Rhineland Funding“ habe gefährdet erschienen und die IKB sei Gefahr gelaufen, aus ihren Liquiditätslinien für „Rhineland Funding“ in Anspruch genommen zu werden, teilte die Düsseldorfer Bank mit. „Rhineland Funding“ und in geringerem Maße auch die IKB selbst seien in strukturierten Portfolioinvestments engagiert, zu denen auch US-Immobilienkredite aus dem Subprime-Bereich gehören.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nach Angaben einer Sprecherin an der Ausarbeitung dieser Maßnahmen mitgearbeitet und die Hilfe der KfW für die IKB begrüßt. „Dadurch wird sichergestellt, dass es nicht zu Marktverwerfungen oder negativen Folgen für das Bankensystem in Deutschland kommt“, sagte die Sprecherin.

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