Markthintergrund
Anleger stürzen sich auf EADS-Aktie

Nach dem Zuschlag für einen Milliardenauftrag des US-Militärs haben Marktteilnehmer euphorisch reagiert und den Aktien von EADS am Montag zu einen deutlichen Kurssprung verholfen. Mit dem Zuschlag, mit dem EADS auch Boeing ausgestochen hat, sei nicht gerechnet worden, so Experten.

FRANKFURT/NEW YORK/PARIS/AMSTERDAM. Nach dem Megaauftrag der US-Luftwaffe für EADS ist der Kurs des Europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns am Montag nach oben geschossen: Die EADS -Aktien legte am Morgen an der Pariser Börse zeitweilig um 7,3 Prozent auf 18,70 Euro zu. Vorbörslich lagen die im MDax gelisteten Titel vor Handelsbeginn bereits rund 20 Prozent im Plus.

Das Pentagon hatte am Freitag Northop Grumman den hart umkämpften Auftrag zur Lieferung von 179 Tankflugzeugen erteilt. EADS ist als Hauptauftragnehmer des US-Konzerns für die Lieferung der Flugzeuge und für das Betankungssystems zuständig. Auch Boeing hatte sich um diesen Auftrag beworben und ist durch den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern überraschend ausgestochen worden. Der Auftrag hat ein Volumen von bis zu 40 Mrd. US-Dollar. Auf EADS entfalle ungefähr die Hälfte hiervon. Auch die Anteilsscheine von Northop Grumman haben am Freitag im nachbörslichen US-Handel deutlich zugelegt, während die Aktien von Boeing unter Abgabedruck gerieten.

Louis Gallois, CEO bei dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, ist auch für weitere Ausschreibungen in den USA nach dem Tankerauftrag der US Air Force zuversichtlich. "Es ist klar, dass wir mit dem jetzt erhaltenen Auftrag einen Fuß in die Tür gesetzt haben", sagte er am Samstag. Er sehe nun gute Chancen bei den weiteren Ausschreibungen, vor allem bei den noch folgenden Tranchen für die Lieferung von Tankflugzeugen.

Trotz der Milliardenorder wollen Gallois und Airbus -CEO Thomas Enders aber den Sparplan Power 8 verschärfen. "Bei einem Dollarkurs von um die 1,50 je Euro müssen wir weiter unsere Kosten reduzieren", sagte Thomas Enders dem "Handelsblatt". Gallois sagte: "Ich glaube nicht, dass das Werk in den USA langfristig weitere Anpassungsschritte überflüssig macht." Laut Gallois muss der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS höhere Anteile seiner Wertschöpfung außerhalb der Euro-Zone beziehen.

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