Markthintergrund
Börse rüstet sich für steigende Zahl automatischer Orders

Die Deutsche Börse baut ihre System- und Netzwerkstruktur aus, um damit auch für das steigende Volumen durch automatisch generierte Wertpapierorders gerüstet zu sein.

HB FRANKFURT. "In den vergangenen Wochen ist die Anzahl der durch algorithmischen Handel erzeugten Orders in der Spitze auf über 50 Prozent aller Orders gestiegen", sagte Rainer Riess, Managing Director der Deutschen Börse, auf Anfrage von Dow Jones Newswires. Daher werde die technische Infrastruktur ausgebaut, um die Geschwindigkeit der Orderannahmen auch künftig weiter zu erhöhen.

Beim algorithmischen Handel werden Orders auf Basis vordefinierter quantitativer Modelle, wie technischer Berechnungen, Handels-Mustern und Arbitrage-Strategien, von Computern ohne menschliches Eingreifen aufgegeben. Die Geschwindigkeit der Orderaufgabe spielt hierbei eine sehr wichtige Rolle, da immer versucht wird, als erster eine im Orderbuch befindliche Order zu bekommen und somit den besten Preis zu erzielen.

Derzeit liege die Zeit, in der eine Order vom Kunden aufgegeben wird und die Rückmeldungen der Orderausführung wieder bei ihm ankommt, in der Spitze bereits bei unter 25 Millisekunden und im Durchschnitt bei unter 80 Millisekunden. Diese so genannten Latenz solle im ersten Halbjahr 2007 weiter signifikant reduziert werden, sagte Riess.

Dafür investiere die Deutsche Börse in ihre technische Infrastruktur. Genaue Angaben zur Höhe dieser Investitionen wollte er nicht machen. Die Deutsche Börse hat früheren Angaben zufolge für 2007 Gesamtinvestitionen von 60 Mio EUR für die Bereiche Handel und Abwicklung eingeplant.

Wie ein Sprecher der Deutschen Börse sagte, hat sich die Bedeutung der algorithmisch generierten Orders für den Frankfurter Börsenbetreiber insgesamt deutlich erhöht. Im dritten Quartal 2006 machten diese Wertpapieraufträge rund 37% des gesamten Ordervolumens aus. Im Jahr 2005 lagen sie noch bei rund 26 Prozent. Mit Blick auf die Summe der Gesamtorders im dritten Quartal diesen Jahres stieg der Anteil der automatisch erstellten Wertpapieraufträge auf 48 Prozent (36 Prozent).

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