Markthintergrund
Citigroup-Aktie bricht ein

Mit einem Kursverlust im frühen Handel von rund acht Prozent auf 38,56 US-Dollar hat die Aktie der Citigroup Inc auf eine Herabstufung durch Analysten der CIBC reagiert.

HB NEW YORK. CIBC hat die Empfehlung für den Wert auf „sector underperformer“ von „sector performer“ zurückgenommen und dies mit der Erwartung begründet, dass die Bank möglicherweise mehr als 30 Mrd. US-Dollar Kapital aufbringen müsse, um ihre Kapitalquote zu verbessern.

Zur Deckung der Kapitallücke müsse Citigroup entweder die Dividende senken oder Vermögenswerte verkaufen. Ein solcher Schritt würde die Ergebnisse des Unternehmens über Jahre hinweg belasten, schreibt Bankenanalystin Meredith A. Whitney von CIBC World Markets. Sie fordert Citigroup in ihrem Bericht auf, ihr vergleichsweise niedriges Kapitalniveau dem der Wettbewerber anzupassen.

Sie sehe nachhaltigen Druck auf den Kurs, er könne sich künftig im unteren 30-US-Dollar-Bereich bewegen, schreibt die Analystin. Dies entspräche einem Rückgang um bis zu 28Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch von 41,90 US-Dollar. Sollten sich die Erwartungen der Analystin bewahrheiten, so wäre dies ein weiterer Schlag für CEO und Chairman Charles O. Prince. Der Rückgang des Drittquartalsergebnisses um 57Prozent hatte bereits Kritik an der Führungsqualität des Managers laut werden lassen. Im Unternehmen selbst scheint Prince allerdings Rückendeckung zu genießen. In den vergangenen Wochen haben sich diverse Führungskräfte hinter den CEO gestellt.

Nach den zuletzt enttäuschenden Zahlen hat der CEO bereits eine umfassende Neuordnung angekündigt. Diese findet auch auf der Personalseite statt - Michael Raynes, Leiter des Bereichs Structured Credit, und Nestor Dominguez, Co-Leiter des Bereichs Collateralized Debt Obligations haben das Unternehmen verlassen, bestätigte die Bank.

Im dritten Quartal hat die Citigroup im Zuge der Krise am Kreditmarkt knapp 2,2 Mrd. US-Dollar Verlust bei mit Hypotheken besicherten Wertpapieren sowie im Handelsgeschäft verzeichnet. Manager hatten eingeräumt, dass sie den Kreditrisiken nicht genügend Beachtung geschenkt hätten.

Analystin Whitney weist in ihrem Bericht auf weitere potenzielle Fehler hin, darunter die Wachstumsstrategie von Prince. Das Kapitalniveau der Bank sei nach den Zukäufen in jüngster Zeit auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten gesunken.

Prince hat sich lange Zeit für internes und auch internationales Wachstum stark gemacht. Whitney stellt in ihrem Bericht fest, dass Citigroup seit Frühjahr 2006 mehr als 26 Mrd. US-Dollar für Zukäufe ausgegeben hat. Dies habe, zusammen mit Verlusten von 5,9 Mrd. US-Dollar und der Anhebung der Dividende im Januar um 10 Prozent, die Kapitalposition stark beansprucht.

Einige Bankenbeobachter stimmen Whitney zu, manche halten ihre Beurteilung gar noch für zu konservativ. Die Kapitalposition der Bank sei zu gering gemessen an den Risiken im Handel. Doch viel bedeutender sei, dass die Bank noch höhere Verluste auf der Konsumentenseite haben könnte, sagte Christopher Whalen, Managing Director von Institutional Risk Analytics. Dies wäre ein „Doppelschlag“ für die Bank.

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