Milliardenschwere Geldspritze
Chinas Notenbank verhindert Kreditklemme

Mit einer milliardenschweren Geldspritze hat die chinesische Notenbank Engpässe am Geldmarkt verhindert. Anleger hatten eine Kreditklemme in der Zeit vor Neujahrsfest befürchtet. Die Aktienbörse in Shanghai legte zu.
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Shanghai/FrankfurtKurz vor dem chinesischen Neujahrsfest hat die Notenbank die Gefahr von Engpässen am Geldmarkt gebannt. Nach einer milliardenschweren Liquiditätsspritze sanken die kurzfristigen Zinsen am Dienstag deutlich und trugen so zu einer Beruhigung der Märkte bei, da Investoren die Furcht vor einer Kreditklemme genommen wurde. Die Aktienbörse in Shanghai legte zu. Auch deutsche Aktienanleger reagierten mit Beruhigung auf die Injektion, mit der die Zentralbank kurz nach der Veröffentlichung relativ schwacher Wachstumszahlen umgerechnet 31 Milliarden Euro in das Finanzsystem gepumpt hatte.

Die Zentralbank kündigte an, für Stabilität am Geldmarkt zu sorgen. Liquidität stellte sie auch kleineren Finanzinstituten bereit, die häufig darüber klagen, von den großen Geldhäusern aus dem Kreditgeschäft zwischen den Banken verdrängt zu werden. „Das ist eine große Spritze“, sagte ein Händler in Shanghai. „So kommen wir in Ruhe durch das Neujahresfest.“ Viele Banken decken sich vor dem Ende Januar anstehenden Fest mit Liquidität ein, da viele Chinesen vor den Feiertagen verstärkt Bargeld abheben. Zudem benötigen Kunden und Firmen Geld für Geschenke und Bonuszahlungen. Die Nachfrage wird auch in die Höhe getrieben, weil sich Versicherer, Leasingfirmen und andere Kreditgeber außerhalb des klassischen Spektrums auf dem Geldmarkt tummeln. Zuletzt waren die Zinsen in dem Bereich auf den höchsten Stand seit sechs Monaten gestiegen.

Bereits im vorigen Sommer war es zu Engpässen am Geldmarkt gekommen, wobei die Notenbank von Kritikern Passivität vorgeworfen wurde. Nun ergriff sie die Initiative zu einem Zeitpunkt, an dem die im Vergleich zu den Vorjahren schwachen Wachstumszahlen für zusätzliche Verunsicherung unter Anlegern sorgten. Die chinesische Wirtschaft war 2013 nur um 7,7 Prozent gewachsen. Eine niedrigere Zuwachsrate hatte es zuletzt 1999 gegeben: „Die Spekulationen um eine Kreditklemme und die jüngsten Konjunkturdaten hatten am Markt die Furcht genährt, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt an einem Wendepunkt angekommen ist“, sagte Aktienhändler Jonathan Sudaria vom Brokerhaus Capital Spreads.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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