Minenaktien verlieren kräftig
Börse Südafrika steht unter Druck

Nach einem kräftigen Zwischenspurt zu Monatsbeginn haben die Aktienkurse an der Börse Johannesburg (JSE) in den letzten beiden Wochen deutlich nachgegeben. Verantwortlich dafür war neben der unruhigen geopolitischen Lage vor allem die unerwartet starke Erholung der südafrikanischen Währung.

JOHANNESBURG. Der Rand legte in der letzten Woche fast fünf Prozent gegenüber Dollar und Euro zu. Dies hat zur Folge, dass Südafrikas Rohstoffkonzerne weniger Geld für die von ihnen exportierten Metalle erhalten. Rohstoffe machen rund 40 Prozent des südafrikanischen Exportvolumens aus. Die Dominanz der Minenkonzerne ist auch daran ablesbar, dass ihre Gewichtung in den JSE-Börsenindizes bei rund 45 Prozent liegt. Weitere 35 Prozent steuern die Banken bei.

Obwohl der Goldpreis letzte Woche mit 676 Dollar pro Unze zeitweise auf seinen höchsten Stand sei zwei Monaten schnellte, gehörten die Aktien der Goldproduzenten zu den Verlierern. Dies lag daran, dass der Preis des Edelmetalls später wegen Gewinnmitnahmen und fallender Ölpreise auf unter 620 Dollar pro Unze absackte.

Für viel Gesprächsstoff sorgte am Kap die Nachricht, dass Gold Fields, der weltweit viertgrößte Produzent, seinen Anteil an dem Goldförderer Western Areas von 15,5 auf 18,9 Prozent erhöht hat. Western Areas und sein kanadischer Partner Barrick Gold besitzen jeweils zur Hälfte das South- Deep-Projekt, das die weltweit höchsten Goldvorkommen aufweist. Der größte Aktionär in Western Areas bleibt jedoch Harmony Gold mit einem Anteil von 29,2 Prozent. Die alte Rivalität zwischen Harmony und Gold Fields könnte nun zu einem Wettlauf um South Deep führen, dessen Reserven auf fast 30 Mill. Unzen Gold geschätzt werden. Erst letztes Jahr hatte Harmony ohne Erfolg versucht, seinen größeren Rivalen Gold Fields zu schlucken.

Zu schweren Einbußen kam es auch bei den Platintiteln, die noch zu Monatsbeginn fast alle auf neue Allzeithochs geklettert waren: Während Anglo Platinum (AngloPlat), eine 75-Prozent-Tochter des Minenhauses Anglo American, um 20 Prozent nachgab, fiel Impala Platinum (Implats), die Nummer zwei am Markt, von seinem Allzeithoch bei 1 440 Rand auf 1 200 Rand zurück. Ferdi Heyneke von Afrifocus Securities glaubt dennoch, dass sich die Platinaktien angesichts des anhaltend festen Edelmetallpreises auf höherem Niveau stabilisieren werden.

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