Mittagessen versteigert: Buffetts Preis fällt

Mittagessen versteigert
Buffetts Preis fällt

Für einen guten Zweck ist ein Mittagessen mit Starinvestor Warren Buffett versteigert worden – doch der Preis bleibt weit unter dem Vorjahr zurück. Buffett ist aber dennoch mehr wert als ein anderer Prominenter.
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New YorkSo „günstig“ fiel die Rechnung für ein Mittagessen mit Warren Buffett schon lange nicht mehr aus: Nachdem sich die Fans des US-Starinvestors in den Vorjahren bei einer Wohltätigkeitsauktion regelmäßig mit ihren Geboten hochgeschaukelt hatten, lag der Endpreis in diesem Jahr bei vergleichsweise mageren 1 Million Dollar oder umgerechnet 750 000 Euro.

Im Vorjahr hatte der Lunch für den guten Zweck noch die Rekordsumme von 3,5 Millionen Dollar eingebracht. Doch selbst mit dem jetzigen „Schnäppchenpreis“ ist ein Treffen mit Buffett noch teurer als mit Apple-Chef Tim Cook, der sich jüngst für eine ähnliche Aktion zur Verfügung gestellt hatte. Ein Kaffeetrinken mit dem Herrn über iPhone und iPod brachte 610 000 Dollar ein.

Seit 14 Jahren können Anhänger von Buffett ihrem Idol bei Steak und Rotwein ganz nahe kommen. Das eingenommene Geld geht an die Wohltätigkeitsorganisation Glide, die Obdachlose und andere Bedürftige in San Francisco unterstützt. Buffetts 2004 verstorbene Ehefrau Susan hatte den Kontakt hergestellt. „Es gibt alle möglichen Leute, die diese Hilfe brauchen“, hatte der 82-jährige Milliardär im Vorfeld der Auktion erklärt.

Acht Bieter gaben insgesamt 106 Gebote ab bevor in der Nacht zu Samstag die Auktion auslief. Wer der glückliche Gewinner ist, wurde zunächst nicht enthüllt. Auch in den Vorjahren hatten es die Wohltäter zumeist vorgezogen, anonym zu bleiben.

Dabei wäre Aufmerksamkeit sicher: Der Chef der Investmentholding Berkshire Hathaway gilt als der drittreichste Mensch der Welt mit einem vom Finanzdienstleister Bloomberg geschätzten Vermögen von rund 62 Milliarden Dollar. Das Geld steckt vor allem in Aktien des Konglomerats aus Versicherern, Industrieunternehmen, einer Eisenbahngesellschaft und sogar Zeitungen. Hinzu kommen Beteiligungen an Konzernen wie Coca-Cola und IBM.

Buffetts scheinbar untrüglicher Riecher fürs Geldverdienen hat ihm eine weltweite Fangemeinde eingebracht und den Spitznamen „Orakel von Omaha“. Deshalb ist ein Lunch mit ihm so begehrt. Zudem gilt der 82-Jährige als überaus angenehmer Gesprächspartner. Er besitzt einen trockenen Humor, kann sich selbst auf den Arm nehmen und erscheint trotz seiner Milliarden bodenständig. Legendär ist das Firmenvideo, in dem er als Axl Rose verkleidet mit Tattoos, langen Haaren, Stirnband und Lederjacke rockt, um die Mitarbeiter seines Versicherers Geico zu motivieren.

Zusammen mit der Auktion in diesem Jahr konnte Buffett rund 16 Millionen Dollar für die Organisation Glide einsammeln. Doch auch darüber hinaus ist er als Wohltäter bekannt: Den Großteil seines Vermögen hat er der Stiftung seines Freundes und Microsoft-Gründers Bill Gates und dessen Frau Melinda versprochen.

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