Mobbing-Vorwurf in London
„Un-australisch“ und auch noch Chelsea-Fan

Ein Londoner Wertpapierhändler verklagt seinen Ex-Arbeitgeber. Er sei dort gemobbt worden, nachdem er ein Aufnahmeritual verweigert habe. Außerdem sei er Fan der falschen Fußballmannschaft gewesen.
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LondonDer Wertpapierhändler BGC Partners ist von einem ehemaligen Broker verklagt worden. Der Kläger gibt an, er sei Opfer einer Mobbingkampagne gewesen, nachdem er die Teilnahme an einem „proletenhaften“ Aufnahmeritual verweigert hatte, das „Der Lauf“ genannt wurde.

Robert B., der den Basis-Swap-Desk in London führte, sagt, er sei von Kollegen und Managern herabwürdigend behandelt worden und schließlich zum Rücktritt gezwungen worden. Das geht aus seinem Zeugen-Statement für ein britisches Arbeitsgericht hervor. Er gab außerdem an, gemobbt worden zu sein, da er ein Fan des West Londoner Fußballclubs Chelsea und eines australischen Rugby-Teams gewesen sei.

Gegen ein Möbelstück geprallt

Die Tradition verlange von Brokern „über die Etage zu laufen während andere Wasser über diejenigen schütten, die ihren ersten Trade abgeschlossen haben“, so B. Ihm zufolge sei dieser Brauch unsicher. Es habe einen Vorfall mit einem Mitarbeiter gegeben, der ins Krankenhaus musste, nachdem er mit einem Möbelstück zusammengeprallt sei. BGC sagte, dass ein Disziplinarverfahren gegen B. gelaufen sei, nachdem er an seinem Schreibtisch eingeschlafen sei.

B.s Verweigerung den Lauf nach dem Einstieg in die Firma im Jahr 2012 zu machen sei „bei den Kollegen auf der Etage nicht gut angekommen“. Sie hätten gerufen „Nur echte Männer laufen“, so die Zeugenaussage. B., ein australischer Staatsbürger, wirft zudem einem Manager vor, sein Verhalten als „geradewegs un-australisch“ bezeichnet zu haben.

Auch andere Konflikte unter Mitarbeitern bei Broker-Firmen haben sich zu Gerichtsstreitigkeiten entwickelt. Im Jahr 2011 einigte sich BGC außergerichtlich nach einer Klage durch den Konkurrenten Tullett Perbon, der das Abwerben von Mitarbeitern kritisiert hatte. Die Vorwürfe führten damals dazu, dass die britische Regulierungsbehörde einen ehemaligen BGC-Spitzenmanager mit einem lebenslangen Berufsverbot belegten, der Tullett-Broker verleitet hatte, ihre Arbeitsverträge aufzugeben.

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„Schlafende Broker nichts Ungewöhnliches“

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