Mögliche Herabstufung durch Moody's
Rating-Überprüfung belastet MG-Aktie

Nach der Ankündigung von Moody's, eine Rating-Herabstufung der MG Technologies zu überprüfen, hat die Aktie des Frankfurter Chemie- und Anlagenbauunternehmens am Freitag knapp drei Prozent nachgegeben und zu den größten Verlieren im Nebenwerteindex Mdax gezählt.

Reuters FRANKFURT. „Moody's hat gestern noch einmal auf die bekannten kritischen Punkte bei der MG hingewiesen und darauf schauen die Investoren heute“, kommentierte Ulrich Scholz vom Bankhaus Sal. Oppenheim die Kursreaktion. Hinzu komme die mögliche Herabstufung durch die Rating-Agentur, was die Finanzierungsbedingungen für den Konzern verschlechtern würde. Die MG-Aktie verlor am Vormittag 2,7 % auf 8,55 €, während der MDax kaum verändert gegenüber seinem Vortagsschluss bei 4009 Punkten notierte.

Moody's hatte am Donnerstag mitgeteilt, die von der MG garantierten langfristigen Verbindlichkeiten im Hinblick auf eine mögliche Herunterstufung auf die Beobachtungsliste zu setzen. Die Überprüfung des „Baa3“-Ratings resultiere aus der Verschlechterung des operativen Geschäfts und der schwachen Cash-Flow-Generierung in den vergangenen Quartalen, begründete die Ratingagentur. Die MG selbst erwartet nach eigenen Angaben bis zum Ende der Überprüfung keine negativen Auswirkungen auf bestehende Finanzierungen. Mit Blick auf die Begründung der Agentur, teilte die MG mit: „Die operativen Ergebnisse der beiden wesentlichen Säulen GEA und Dynamit Nobel sind trotz der Konjunkturschwäche und Euro-Stärke robust und werden im Gesamtjahr 2003 nur leicht unter dem Vorjahr liegen.“ GEA und Dynamit Nobel sind die wichtigsten Töchter der Geschäftsfelder Anlagenbau und Chemie.

„Die Kursreaktion sollte nicht überbewertet werden. Moody's hat das Unternehmen nicht heruntergestuft sondern erst einmal auf die Beobachtungsliste gesetzt“, kommentierte Jürgen Siebrecht von der WestLB. Der Cash-Flow-Abfluss im ersten Halbjahr sei zwar beachtlich gewesen, kurzfristig werde aber keine Verteuerung der Finanzierung erwartet. „Es kommt jetzt darauf an, wie schnell das Unternehmen geplante Veräußerungsgewinne erzielen kann,“ sagte Siebrecht. Unter ihrem neuem Vorstandschef Udo Stark will die MG ihre Bilanz auf eine solidere Basis stellen. Zudem hatte Stark eine strategische Überprüfung des auf den beiden Säulen Anlagenbau und Chemie fußenden Konzerns angekündigt.

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