Moody’s stellt Note im „A“-Bereich als Untergrenze für die S-Finanzgruppe in Aussicht
Mindestrating für öffentliche Banken

Die Ratingagentur Moody’s Investors Service hat der öffentlich-rechtlichen S-Finanzgruppe aus Landesbanken, Sparkassen und Landesbausparkassen ein Mindestrating („Floor“) im „A“-Bereich in Aussicht gestellt, das noch in diesem Jahr veröffentlich werden könnte.

pk FRANKFURT/M. „Wenn man davon ausgeht, dass der Großteil der Ratings für die Landesbanken ohne Staatsgarantien bei uns derzeit im „A“-Bereich liegt, dann sollte diese Note auch die Untergrenze bilden“, sagte Senior Analyst Johannes Wassenberg.

Die Rating-Agenturen Standard & Poor’s, Fitch und jetzt auch Moody’s versuchen, den Wegfall der staatlichen Ausfallgarantien im Juli 2005 schon heute vorwegzunehmen und ihre Benotungen anzupassen. Gemäß der Vereinbarung der Bundesregierung mit der EU-Kommission vom Juli 2001 entfällt die Gewährträgerhaftung im kommenden Jahr und die Anstaltslast wird modifiziert. Die Gewährträgerhaftung ist die Grundlage für die uneingeschränkte Haftung der Länder und Gemeinden für die Verbindlichkeiten einer Sparkasse oder Landesbank. Die Anstaltslast verpflichtet die Träger, das jeweilige Institut jederzeit mit den notwendigen Finanzmitteln auszustatten.

Das „Floor“-Rating signalisiert, dass kein Institut unter dieses Minimum abrutschen kann. Allerdings können einzelne, besser bewertete Sparkassen oder Landesbanken gegenüber den Investoren ihre höhere Bonitätsnote ausspielen. Moody’s lässt in seinen Noten neben der individuellen Ertragsstärke und der Beteiligung der Länder auch den Grad der Solidarität innerhalb des Sparkassen-Finanzverbunds einfließen. „Wenn es zum Schwur kommt, gehen wir heute davon aus, dass die Sparkassen zu ihren Landesbanken stehen werden“, erläutert Moody’s-Analyst Wassenberg. Allerdings reichten die Kooperation und der Haftungsverbund der öffentlich-rechtlichen Institute nicht aus, um ein stärkeres so genanntes Gruppenrating zu erhalten. Die S-Finanzgruppe sei keine „wirtschaftliche Einheit“, heißt es zur Begründung. Bei einem Gruppenrating könnte kein einzelnes Institut eine bessere oder schlechtere Note bekommen. Das mehr Vereinheitlichung möglich sei, zeigt das Beispiel Österreich.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) begrüßte das Urteil von Moody’s. Präsident Dietrich Hoppenstedt sagte, der Bericht würdige ausdrücklich, dass die S-Finanzgruppe „eine Einheit bildet“. Allerdings wurden in einer DSGV-Erklärung „Floor“- und Gruppenrating gleichgesetzt, was nicht der Mitteilung von Moody’s entspricht.

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