Münchener Rück hat schon verkauft
Hypo-Immobilientochter liegt über Erstnotiz

Die abgespaltene Immobilientochter der Hypo-Vereinsbank, Hypo Real Estate Group, ist mit einer Erstnotierung von 11,25 Euro gestartet. Nach einem ersten Absacken legten die Papiere zu.

HB MÜNCHEN. Kurz nach dem ersten ermittelten Kurs gaben die Titel auf 11,08 Euro nach. Im frühen Handel legten die Papiere dann auf 12 Euro zu. Sie tendierten damit am unteren Ende der von HVB genannten Preisspanne von 10 bis 15 Euro.

Börsianer hatten erwartet, dass die neue Aktie an ihrem ersten Handelstag deutlich unter Druck geraten wird. „Die Aktie profitiert von der Platzierung des Münchener-Rück-Anteils“, sagte ein Händler. „Das hat die Furcht vor einem Verkauf der Titel über die Börse aus dem Markt genommen. Trotzdem rechne ich im weiteren Verlauf der Woche eher mit Druck auf der Hypo-Group-Aktie.“ Ein anderer Händler sagte, Anleger, die die HVB als Banken- und Dax-Titel in ihrem Portfolio hätten, könnten mit einem Immobilienwert wenig anfangen und würden die Titel deshalb verkaufen. Die HVB-Aktionäre erhalten im Zuge der Abspaltung der Hypo Group eine Beteiligung in gleicher Höhe an dem gewerblichen Immobilienfinanzier. Dabei erhielten die HVB-Anteilseigner eine Hypo-Group-Aktie für vier HVB-Titel. HVB-Großaktionär Münchener Rück hatte seinen Hypo-Anteil schon vorab verkauft.

Der weltgrößte Rückversicherer hatte mitgeteilt, die ihm zustehenden 25,7 Prozent des Hypo-Kapitals an institutionelle Anleger verkauft zu haben. Nach Angaben eines Sprechers machte der Konzern damit einen dreistelligen Millionenverlust. Die Aktie der Münchener Rück verlor am Montag zunächst 0,6 Prozent auf 88,47 Euro.

Die HVB trennt sich durch diese Abspaltung von einem risikoreichen Geschäftsfeld. Die HVB-Aktie sank am Montag um 11,9 Prozent auf 14,44 Euro und hielt sich damit besser, als es Börsianer nach Abspaltung von 20 Prozent des Grundkapitals erwartet hatten. Bereinigt um den von der von der Deutschen Börse ermittelten Abschlag von 2,59 Euro, der sich durch die Abspaltung der Immobiliensparte ergibt, legten die Aktien im frühen Handel nach Reuters-Berechnungen allerdings um knapp vier Prozent zu.

Durch die Abspaltung verliert die HVB an Börsenwert und gibt ihren Rang als zweitgrößte deutsche Bank gemessen an der Marktkapitalisierung an die Commerzbank ab. Nach der Erstnotiz der Hypo Real Estate Group kam die HVB am Montagmorgen zeitweise nur noch auf eine Marktkapitalisierung von 7,34 Milliarden Euro, während die Commerzbank bei 7,51 Milliarden Euro lag. Nummer eins bleibt die Deutsche Bank mit rund 32 Milliarden Euro Börsenwert.

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