Nach dem Allzeithoch
Dax-Ausblick: Börse am Scheideweg

Nach einem rasanten Anstieg brauchte der Dax eine Weile für den Gipfelsturm. Jetzt hat der deutsche Leitindex die Marke von 8 136 übersprungen. Kurzzeitig zwar nur, aber immerhin: So hoch war das seit 19 Jahren existierende Kursbarometer noch nie gestiegen. Doch wie geht es nun weiter?

HB FRANKFURT. Setzt der Sprung neue Energien für weitere Anstiege frei? Oder wird es den Anlegern mulmig? Sie nähmen dann Gewinne mit – und aus wäre es mit dem Höhenflug. Viele Beobachter verweisen auf den März 2000, als der Dax schon einmal so hoch geklettert war, um dann in ungeahnte Tiefen abzustürzen. Andere betonen die Unterschiede zu damals und machen darauf aufmerksam, dass die Aktien heute halb so viel kosten wie im Jahr 2000, gemessen an ihrem dahinter stehenden Wert.

Nach dem Rekordlauf vor dem Wochenende steht der Dax also nun am Scheideweg. „Es steht spitz auf Knopf“, sagte LBBW-Stratege Steffen Neumann. Börsianer halten eine weitere Rekordjagd für möglich. Denkbar ist für sie aber auch, dass der Dax bei rund 8 000 Punkten verharrt. Skeptisch ist Kai Stefani, Kapitalmarktanalyst bei Allianz Global Investors: „Eine gewisse Euphorie wird sich in der nächsten Woche erhalten, wir werden aber eine Beruhigung des Marktes sehen.“ Oliver Roth von Close Brothers Seydler ist dagegen optimistisch: „Es sieht danach aus, dass der Dax die Höhe hält und weiter im Steigflug ist.“

In der zurückliegenden Woche hat der Dax unter dem Strich 0,7 Prozent auf zuletzt 8 110 Punkte zugelegt. Anleger mussten jedoch mit starken Schwankungen leben. Mal ging es runter bis auf 7 811 Punkte, dann hinauf bis zum Rekord bei 8 151 Zählern. Gute Nerven waren gefragt.

Welche Richtung der deutsche Aktienmarkt letztendlich einschlagen wird, dürften in der kommenden Woche Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen entscheiden. „Wir brauchen Unterstützung von Daten, um aus der Spanne zwischen 7 800 und 8 100 Punkten herauszukommen. Wenn die Zahlen gut sind, dann sehe ich durchaus die Chance, dass uns das in deutlich höhere Regionen führen wird. Dann sind auch größere Schritte fällig“, erklärt Neumann.

Ähnlich sehen auch viele Anleger die Dax-Entwicklung in nächster Zeit. Ein Großteil der Dax-Investoren beim Daytradebroker Clickoptions zum Beispiel geht derzeit davon aus, dass der Leitindex den Korridor zwischen 7 730 Punkten und 8 170 Punkten kurzfristig nicht verlässt. Einige würden sogar erwarten, dass der Dax noch zulegt, interpretiert Clickoptions-Sprecher Richard Ohl. die aktuelle Sentimentanalyse des Brokers. Der technische Analyst Matthieu Driol schließt sich den Optimisten an: „Nachdem der Dax bei 7 965 Punkten seine Unterstützungslinie gefunden hat, konnte er jetzt auch den Widerstand bei 8 136 Zählern überwinden. Das neue Kursziel liegt bei 8 293 Punkten“, sagt Driol, der als unabhängiger Analyst für Clickoptions tätig ist.

Auch vorsichtigere Stimmen sind am Markt zu hören. „Sicherlich ist eine gewisse Skepsis angebracht, und somit ist eine Cash-Rate von 20 Prozent durchaus sinnvoll“, meinen zum Beispiel die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger. „Aber solange die Konjunkturzahlen stimmen und Fusionsgerüchte den Markt nach oben treiben, ist nur mit kleinen Rückschlägen zu rechnen. Die verschiedenen Indizes sollten auf Sechs-Monatssicht durchaus ihr hohes Niveau halten können. So sehen wir beim Dax den Mittelwert von 7 850 Punkten“, schreiben sie in ihrer aktuellen „Marktmeinung aus Stuttgart“.

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