Nach dem Kursplus
Dax-Ausblick: War's das jetzt erst einmal?

Diese Woche hat Anlegern Freude gemacht. Geht es nun so weiter? Beobachter warnen: Für Jubel sei es noch zu früh. Einige Börsianer erwarten für die neue Woche eine Verschnaufpause. Viel hängt auch vom Börsenumfeld ab, zum Beispiel von der anstehenden Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. Die Märkte haben bereits ihre Erwartungen formuliert.

HB FRANKFURT. Auch wenn am Freitag dem Dax die Luft ein wenig ausgegangen ist: Diese Woche war für Anleger durchaus erfolgreich. Der deutsche Leitindex hat auf Wochensicht knapp vier Prozent gewonnen. Kämpfte er noch vor zwei Wochen um die psychologisch wichtige Marke von 4 000 Punkten, erreichte er zuletzt sogar 4 200 Punkte. Angesichts dieser Kursgewinne am deutschen Aktienmarkt ist nach Ansicht von Börsianern in der neuen Woche eine Verschnaufpause angebracht.

„Nach dem scharfen Anstieg sollte der Markt ein wenig durchatmen“, fasst Postbank-Analyst Heinz-Gerd Sonnenschein zusammen. „Es wäre gut, wenn sich der Dax dauerhaft über den in dieser Woche erklommenen Marken etablieren könnte“, fügt Helaba-Stratege Markus Reinwand hinzu. Der Dax hat sich immerhin etwa 18 Prozent von seinem noch am 9. März mit 3 588 Punkten erreichten Fünfeinhalb-Jahres-Tief entfernt.

„Nach der Zwischenerholung ist das kurzfristige Aufwärtspotenzial begrenzt“, glaubt Felix Adrian, Leiter Aktienportfoliomanagement bei der Cominvest. Die Gefahr eines Rückschlags sei noch nicht gebannt, warnen die Analysten der Landesbank Berlin. Die Commerzbank ist ähnlich vorsichtig: „Den Aktienmärkten droht in der Berichtssaison für das erste Quartal 2009 ein weiterer Gewinnschock“, warnen die Analysten.

Auch Helaba-Marktanalyst Christian Schmidt mahnt, eine Schwalbe mache noch keinen Sommer. „Nach dem Run der vergangenen Tage sind inzwischen doch einige verunsichert und erinnern sich an steigende Arbeitslosenzahlen, düstere Konjunkturdaten und fehlende Prognosen.“

Halbes Jahr Vorlauf

Wie passen überhaupt zu diesen Rahmenbedingungen die aktuellen Kursgewinne? Bankstrategen erklären dieses Phänomen mit den Mustern früherer Wirtschaftskrisen. „Erst erholt sich der Markt, dann die Konjunktur, und als letztes erholen sich die Unternehmensgewinne“, sagt William De Vijlder, Chefstratege der belgischen Fortis Investments. In der Vergangenheit lag zwischen diesen drei Phasen jeweils eine zeitliche Spanne von durchschnittlich einem halben Jahr.

Eine nachhaltige Erholung an den Börsen könnte also einsetzen wenn die Konjunktur ab der zweiten Jahreshälfte wieder an Fahrt gewinnt. Einige Volkswirte halten das für wahrscheinlich. Auf welch tönernen Füßen diese Annahme im Moment allerdings noch immer steht, verdeutlichen die Tagescharts der vergangenen Wochen. Selten war ein einheitlicher Trend zu sehen, oft verlief der Vormittag anders als der Nachmittag. „Für eine dauerhafte Kurserholung ist es noch viel zu früh“, heißt es deshalb aus gutem Grund bei der britischen Fondsgesellschaft Henderson.

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