Nach den gestrigen Unsicherheiten
Siemens-Aktie legt wieder zu

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat dem Unternehmen vor seinem Ausscheiden ehrgeizige Wachstumsziele verordnet. Am Markt hieß es, es seien einige gute Nachfolger im Gespräch und das Management wolle den bisherigen Kurs fortsetzen. Siemens-Aktien stiegen am Donnerstagmittag um 1,88 Prozent auf 90,02 Euro.

HB MÜNCHEN. Einen Tag nach der Ankündigung seines Rücktritts hat Siemens-Chef Kleinfeld die Konzernergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres vorgestellt. Wie der Elektronikkonzern mitteilte, haben alle Sparten die gesetzten Renditeziele des so genannten „Fit4More“-Programms erreicht oder sogar übertroffen.

Die Analysten von Independent Research bestätigten in Reaktion auf die aktuellen Zahlen Siemens-Aktien mit der Einstufung Akkumulieren und einem Kursziel von 96 Euro.

Die deutlichen Kursschwankungen der Siemens-Aktie am Donnerstag sind für Analysten Michael Bahlmann von M.M. Warburg ein Zeichen der große Unsicherheit, die am Markt herrsche. Es gebe bei Siemens wichtige Dinge auf der Plus- und auf der Minusseite, die ihn seine bisherige Einstufung „Hold“ mit einem Kursziel von 98 Euro überprüfen ließen, sagte Bahlmann. „Heute Morgen bestimmte den Kurs noch die Entscheidung von CEO Kleinfeld, den Vertrag nicht zu verlängern. Jetzt ist es der neue Unternehmensplan.“ Die Zwischenbilanz zum zweiten Quartal sei „ziemlich gut“ ausgefallen und stütze sich zudem auf ein „gutes“ erstes Geschäftsquartal. Zugleich verzeichne Siemens hohe Auftragseingänge. Seine Gewinnerwartungen werde er deshalb hochnehmen. Die anspruchsvolle Anhebung der Margenziele sei vom Markt teilweise erwartet worden.

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Wie der Münchener Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte, steht Kleinfeld für eine Vertragsverlängerung nicht zur Verfügung. Damit zog Kleinfeld offenbar die Konsequenzen aus den tagelangen Spekulationen um seine bevorstehende Ablösung. Ein Nachfolger wurde vom Unternehmen noch nicht benannt.

Theo Kitz, Analyst von Merck, Finck & Co, sagte gestern, der Rückzug Kleinfelds könne den Aktienkurs auch noch in den kommenden ein bis zwei Tagen belasten. „Man muss nun sehen, was an Nachrichtenfluss vom Unternehmen kommt“. Aus Sicht der Aktionäre sei der Abschied Kleinfelds negativ zu werten, da er „per saldo“ Sachen umgesetzt habe, die den Aktionären genutzt haben.

Ein Händler verwies auf die guten Zweitquartalszahlen, die Siemens am Vorabend vorgelegt hatte und die bei allen Kennziffern die Erwartungen der Analysten übertroffen hatten. Dies hätte bestätigt, dass Kleinfeld einen guten Job gemacht habe, so der Händler. Ein neuer Mann bringe mehr Unsicherheit. Die positive Entwicklung der vergangenen Monate sei nun nicht weiter gewährleistet.

Bereits im Vorfeld der Entscheidung hatten sich Analysten skeptisch über ein mögliches Ende der Ära Kleinfeld geäußert, nachdem Medien über eine mögliche Ablösung von Kleinfeld an der Spitze Unternehmens berichtet hatten. Eine Entlassung von Kleinfeld wäre ein „gravierender strategischer Fehler des Aufsichtsrats“, da der Kapitalmarkt von den Qualitäten des Vorstands überzeugt sei, hatte Morgan-Stanley-Analyst Ben Uglow am Morgen in einer Analyse geschrieben.

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