Nach Hedge-Fonds meutern jetzt traditionelle Anleger
Widerstand gegen LSE-Übernahme wächst

Der Widerstand der Aktionäre der Deutschen Börse gegen die Übernahme der Londoner Börse (LSE) wächst. Als weiterer Großaktionär der Deutschen Börse hat sich jetzt Merrill Lynch in die Phalanx der Kritiker der Übernahmepläne eingereiht.

HB LONDON/FRANKFURT. Ebenso wie zuvor bereits die US-Fondsgesellschaft Fidelity hat die Investmentbank ihre Bedenken in einem Brief an Börsenchef Werner Seifert geäußert. Die Bank, deren Fondsgesellschaft angeblich mit etwa drei Prozent an der Börse beteiligt sein soll, wollte sich selbst nicht äußern. Im Umfeld von Merrill Lynch hieß es aber, man „unterschreibe den Fidelity-Vorstoß voll und ganz“.

Fidelity hatte am Donnerstag Abend gesagt, man „könne das vorliegende Angebot der Deutschen Börse für die LSE nicht unterstützen“. Fidelity ist der erste traditionelle Großaktionär der Börse, der sich gegen die Übernahme ausspricht. Fidelity hält 4,5 Prozent an der Börse. Zuvor hatten vor allem Hedge-Fonds wie TCI und Atticus ihren Widerstand gegen die Übernahmepläne angemeldet.

Wesentlicher Treiber des Widerspruchs ist die Tatsache, dass die Deutsche Börse ihre Aktionäre vor der Übernahme nicht befragen will. Die Börse verweist darauf, dass die deutschen Corporate-Governance-Regeln eine Befragung der Aktionäre nicht vorsähen. In Großbritannien ist dies dagegen durchaus der Fall. Aus Merrill-Kreisen hieß es, „die Deutsche Börse muss sich endlich darüber bewusst werden, dass die Mehrzahl Ihrer Anteilseigner aus dem Ausland kommen. Aktionäre wollen befragt werden.“ Die Hälfte der Aktien der Frankfurter liegen in Händen von Anlegern aus den USA und Großbritannien.

Die Deutsche Börse will nun noch einmal in Kontakt mit den widerspenstigen Aktionären treten. „Wir sind uns der unterschiedlichen Ansichten unserer Aktionäre im Zusammenhang mit unserem Vorschlag für eineTransaktion mit der LSE bewusst. Wir werden den direkten Dialog mit unseren Anteilseignern fortführen“, sagte ein Börsensprecher.

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