Nach Kurssturz
Finanzaufsicht hat Südzucker im Visier

Beim Zuckerproduzenten Südzucker sucht die BaFin nach Hinweisen auf Insiderhandel und Marktmanipulation. Grund ist der starke Kurseinbruch der Aktie im April – nun geht die Finanzaufsicht dem angezeigten Verdacht nach.
  • 1

StuttgartDie Finanzaufsicht BaFin geht angesichts des Kurssturzes der Südzucker-Aktien Anfang April dem Verdacht des Insiderhandels und der Marktmanipulation nach. Es handele sich um ein typisches Verfahren, das auf Verdachtsanzeigen hin in Gang gesetzt worden sei, erklärte eine Sprecherin der Behörde am Montag und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung „Euro am Sonntag“.

Der Mannheimer Zuckerproduzent Südzucker hatte am 8. April per Pflichtmitteilung über einen Gewinneinbruch im vergangenen Jahr und über einen noch stärker erwarteten Ergebnisrückgang im laufenden Jahr informiert. Die Aktie fiel an diesem Tag um 23 Prozent – seit Jahresbeginn hat der im Nebenwertesegment MDax gelistete Titel mehr als 20 Prozent an Wert verloren, soviel wie kein anderes MDax-Unternehmen.

Ein Sprecher von Südzucker wies den Verdacht zurück. „Wir gehen davon aus, dass wir uns regelkonform verhalten haben“, sagte er. In der Konzernzentrale in Mannheim sei bisher keine Anfrage der Finanzaufsicht eingegangen. Kurz vor der Bilanzpressekonferenz in der vergangenen Woche hatte eine Anwaltskanzlei aus München erklärt, Anfragen zu Schadenersatzklagen von Anlegern gegen Südzucker vorliegen zu haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Kurssturz: Finanzaufsicht hat Südzucker im Visier"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die BaFin wird feststellen, dass Anfang bis Mitte April fast 1 Mio Stück SZU-Aktien geshortet wurden, möglicherweise alle an einem Tag.

    Bei der Gelegenheit könnte die BaFin der Deutsche Börse empfehlen, die Short-Sells aller Aktien täglich zu publizieren, so wie das in Hongkong üblich ist. Dann könnten die Aktionäre nachvollziehen, ob ein Kursrutsch durch Panikverkäufe oder vermeintliche Kursmanipulation verursacht wurde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%