Nach massiven Kursverlusten
Eurotunnel ruft Börsenaufsichten an

Der Börsenwert des Eurotunnels hat binnen zwei Wochen 500 Millionen Euro verloren. Zuvor hatte die EU-Kommission mit einer Klage gedroht. Die Börsenaufsicht soll nun prüfen, ob das Vorgehen der Kommission rechtens war.
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ParisNach heftigen Kursverlusten infolge einer Klagedrohung der EU-Kommission will die Betreibergesellschaft des Tunnels unter dem Ärmelkanal die Börsenaufsicht in Paris und London anrufen. Nachdem in der vergangenen Woche binnen zwei Tagen ein Börsenwert von 500 Millionen Euro „zerstört“ worden sei, müsse geklärt werden, ob gegen Börsenrecht verstoßen worden sei, schrieb Eurotunnel-Chef Jacques Gounon am Montag in einem Brief an die Aktionäre des Unternehmens.

Die EU-Kommission hatte Frankreich und Großbritannien am vergangenen Donnerstag aufgefordert, für eine Senkung der Nutzungsgebühren des Eurotunnels zu sorgen. Sollten Paris und London binnen zwei Monaten nicht reagieren, könnte die Kommission den Europäischen Gerichtshof anrufen. Infolge der Klagedrohung war der Wert der Eurotunnel-Aktie am Donnerstag an der Pariser Börse um 12,27 Prozent in die Tiefe gestürzt und am Freitag um weitere 6,46 Prozent.

Eurotunnel-Chef Gounon erklärte, es seien bereits vor Veröffentlichung der entsprechenden Pressemitteilung der EU-Kommission Medienberichte zu dem Thema erschienen. Die französische und britische Börsenaufsicht müssten daher prüfen, ob „die Veröffentlichung privilegierter Informationen in der Presse und in sozialen Netzwerken schon vor Erscheinung der Mitteilung der Europäischen Kommission, und sogar bevor das Unternehmen (Eurotunnel) davon wusste, nicht eine Verletzung von Börsenrecht ermöglichte“. Die Eurotunnel-Aktie ist an den Börsen in Paris und London notiert.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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