Nach Obamas Sieg
Reinemachen an den Börsen

"Die Wahlparty war bereits gestern, heute ist wieder Alltag und Finanzkrise" - die Reaktionen auf den fulminanten Wahlsieg von Barack Obama bei den US-Wahlen fielen vor allem an den europäischen Finanzmärkten alles andere als euphorisch aus. Die Aktienmärkte feierten Obamas Sieg schon vorher. Jetzt wird spekuliert, wann es aufwärts geht.

FRANKFURT. Dabei bestätigte sich wieder einmal die alte Börsenweisheit, dass die Märkte dort kaum etwas auf das Geschehen in der Vergangenheit geben, sondern schon wieder auf das blicken, was der Wahlausgang für sie bringen wird. "Unabhängig von der kurzfristigen Marktreaktion ist der weitere Einfluss auf Aktien und Anleihen unklar", bringt Binit Panel von Goldman Sachs die Lage auf den Punkt. Hatten in der Wahlnacht noch vor allem die asiatischen Märkte die Wahl des Favoriten Obama mit einem Kursfeuerwerk gefeiert, so herrschte im Anschluss in Europa bereits wieder die aufgeregte Geschäftigkeit, deren Lauf seit Monaten aus einem Mix aus Finanzkrise, Gewinnrevisionen und Rettungspaketen bestimmt wird.

Dass die großen europäischen Indizes gestern kräftig unter Druck standen, führten vielen Experten auch darauf zurück, dass das für gestern erwartete Kursfeuerwerk - Obama war schließlich der Favorit der Börsianer - schon in den Tagen vor der Wahl gelaufen ist. In den sieben Börsentagen bis zum Wahltag hatte beispielsweise der Deutsche Aktienindex (Dax) um rund 13 Prozent zugelegt - allein am Wahltag waren es fünf Prozent. Für viele Börsianer kam deswegen das Minus am Tag danach eher dem großen Reinemachen nach einer Party als einer Enttäuschung gleich.

In den nächsten ein bis zwei Jahren erhoffen sie sich vom neuen Präsidenten indes einiges. "Wir erwarten Maßnahmen, die die Wirtschaft ankurbeln, dies schließt beispielsweise auch weitere Zinssenkungen mit ein", sagt Comac Weldon vom britischen Vermögensverwalter Threadneedle. Trotzdem bleibt er bis auf weiteres vorsichtig. Die Krise und die angespannte Haushaltslage dürften noch zu einigen Anpassungen an den bisherigen Plänen führen, prophezeit er. Hauptgrund für ihn: "Ohne Steuererhöhungen dürften Obamas Pläne limitiert sein", sagt er.

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