Nach Quartalsverlust
Nasdaq tritt auf die Kostenbremse

Die US-Technologiebörse Nasdaq hat im zweiten Quartal bei sinkenden Umsätzen in den wichtigsten Geschäftssparten einen Verlust ausgewiesen. Das Unternehmen, das nach Marktkapitalisierung der zweitgrößte Börsenbetreiber in den USA ist, will die Kosten nun weiter senken und sich auf sein Kerngeschäft in den USA konzentrieren.

rtr NEW YORK. „Das Streben nach Effizienz hört nie auf. Es wird Teil unserer DNA“, sagte Nasdaq-Chef Robert Greifeld vor Analysten nach der Vorlage der Quartalsergebnisse am Dienstag in New York. Greifeld äußerte sich zunächst nicht zur Zukunft der erst vor wenigen Monaten gestarteten Nasdaq-Handelsplattform in Deutschland. Deren Aufsichtsrat will in der nächsten Woche nach Angaben aus Finanzkreisen über das weitere Vorgehen entscheiden. Die Nasdaq, die Großaktionär ist, hatte ihren Mehrheitsanteil zur Disposition gestellt.

Der Nettoverlust habe insgesamt 51,5 Mill. Dollar oder 66 Cent je Aktie nach einem Gewinn von 6,3 Mill. Dollar oder acht Cent je Aktie im Vorjahr betragen, teilte der Börsenbetreiber nach Börsenschluss in New York mit. Der Umsatz sei um 26 % auf 151,4 Mill. Dollar gefallen. Die Handelsgebühren, die vor allem den Umsatz tragen, schrumpften um 42 % auf 60,4 Mill. Dollar. Die Ausgaben stiegen um 14 % auf 217,3 Mill. Dollar. Greifeld teilte mit, der Konzern erwäge einen traditionellen Börsengang für die eigenen Aktien, die bislang nicht regulär an der Börse gehandelt werden.

Nur fünf Börsengänge in sechs Monaten

Die Nasdaq leidet seit 2000 wie die gesamte Branche unter der andauernden Börsenschwäche nach den Boomjahren. Vor allem aber auch der dramatische Rückgang der Börsengänge lastet auf dem Unternehmen. Im gesamten ersten Halbjahr zählte die Nasdaq lediglich fünf Neuemissionen - so viel wie während des Börsenbooms Ende der 1990er Jahren allein an einem Tag. Doch auch die Zahl der an der Nasdaq gelisteten Unternehmen schrumpfte auf nur noch 3440 per 30. Juni von 4109 zu Beginn des Jahres 2002. „Für uns ist es jetzt am wichtigsten, dass wir uns darauf konzentrieren, möglichst viele Marktteilnehmer in das große Nasdaq-Zelt zu bringen“, sagte Greifeld. Übernahmen hätten derzeit keine Priorität.

An der Nasadaq-Deutschland sind außer dem US-Konzern die Commerzbank und die Dresdner Bank beteiligt. Im Oktober 2002 hatte die im Aktienboom der 90er Jahre besonders gewachsene Technologiebörse bereits die Tochter Nasdaq Japan wegen zu geringer Umsätze geschlossen. Die im März 2003 als Konkurrent zum Marktführer Deutsche Börse gestartete Nasdaq Deutschland leidet nach Einschätzung von unternehmensnahem Kreisen unter den schwachen Umsätzen an den Börsen insgesamt.

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