Nach US-Wahl

Investoren fürchten „Schuldendrama“

Die Wahl des neuen Präsidenten steht kurz bevor, doch die Investoren werden immer unsicherer. Sie fürchten einen Rückschlag für Konjunktur und Börsen, der die Euro-Krise wie einen kleinen Unfall aussehen lassen könnte.
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Händler an der Wall Street: "Wer die Wahl gewinnt, ist egal." Quelle: dapd

Händler an der Wall Street: "Wer die Wahl gewinnt, ist egal."

(Foto: dapd)

New York, FrankfurtOb der nächste US-Präsident nach der Wahl am 6. November Barack Obama oder Mitt Romney heißt, ist den Akteuren an den Finanzmärkten weitgehend egal. Hauptsache, der Wahlsieger hat auch eine klare Mehrheit im Kongress hinter sich. Denn bei einer anhaltenden Blockade wie derzeit zwischen dem Demokraten Obama und der republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus fürchten viele Anleger ein Schuldendrama, das die Krise der Euro-Zone wie ein Kasperletheater aussehen ließe.

Bis Januar müssen sich Präsident, Senat und Repräsentantenhaus auf einen Plan zum Schuldenabbau einigen. Sonst drohen automatische Kürzungen der Staatsausgaben, die die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen könnten.

Neben dem Präsidenten wählen die Amerikaner am 6. November ein Drittel der 100 Senatoren und das gesamte Repräsentantenhaus neu. "Für die Finanzmärkte ist nicht entscheidend, ob Romney oder Obama gewinnt. Entscheidend ist, wie Präsident und Kongress künftig zusammenarbeiten", sagt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Die Blockade des politischen Systems müsse aufgehoben werden. "Die politische Polarisierung der Eliten ist in den USA weit fortgeschritten und hat ein Niveau erreicht, wie es zuletzt wohl nur vor den Zeiten des Bürgerkriegs vorzufinden war", konstatierten die Experten der Deutschen Bank kürzlich in einer Studie zu den Wahlen.

Insgesamt könnte die US-Börse eigentlich mit der Obama-Amtszeit zufrieden sein: Seit seinem Amtsantritt am 20. Januar 2009 haben der Dow-Jones-Index und der S&P500 je rund 70 Prozent gewonnen. Über eine solche Marktperformance in seiner ersten Amtsperiode konnte sich zuletzt Anfang der 1950er Jahre der republikanische Präsident Dwight D. Eisenhower freuen. Der war damals aber noch Präsident eines Landes, in dem der Konsens zwischen den beiden großen politischen Parteien als eine wesentliche Errungenschaft der US-Demokratie gefeiert wurde. Heute ist dagegen alleine der Begriff "Kompromiss" für viele junge Republikaner schon ein rotes Tuch.

Die Zerreißprobe könnte gleich nach der Wahl kommen - noch bevor der neue Kongress sich Anfang Januar konstituiert und der Präsident am 21. Januar seinen Amtseid ablegt. Denn ohne Einigung des amtierenden Präsidenten mit dem jetzigen Kongress greift Anfang 2013 eine automatische Schuldenbremse, die als "fiscal cliff" (Haushaltsklippe) bezeichnet wird. Budgets für verschiedene Regierungsbereiche - darunter auch der für die Rüstungsindustrie wichtige Verteidigungshaushalt - werden automatisch gekürzt. Das Einsparvolumen beläuft sich auf 1,2 Billionen Dollar. Außerdem laufen Steuererleichterungen für Arbeitnehmer, Vermögende und Unternehmen aus. Analysten fürchten, dass die Haushaltsklippe das Bruttoinlandsprodukt um bis zu fünf Prozentpunkte kappen wird.

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7 Kommentare zu "Nach US-Wahl: Investoren fürchten „Schuldendrama“"

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  • Liebe HB-Redaktion, bitte leiert nicht schon wieder die Platte vom möglichen US-Staatsbankrott runter. Habt Ihr doch schon vor einem jahr gemacht und was war ? Nix, gar nix. Die Amis haben den Dollar als leitwährung und das heißt, sie können sich auf Kosten anderer Länder so hoch verschulden wie sie wollen.

  • Die Investoren sind selbst schuld!
    Wer meint nur mit Geld Geld zu verdienen hat schlicht einen Tunnelblick, der sich irgendwann mit den Realitäten rächt.
    Warum konnte Clinton punkten? Weil in echte Sachwerte, Infrastruktur und Menschen mit Ideen investiert wurde, und nicht nur auf "Märkten" mit ganz viel bedrucktem Papier.
    Papier und Illusionen brennen eben schneller als eine Brücke, ein Stromnetz, ein Gesundheitswesen oder eine Schule.

  • Falsch! Der Gehilfe ist Obama! Er dient der Hochfinanz und den US-Weltkonzernen! Weltweite Inflation ist geplant, damit diese sich gegenüber dem Rest der Welt entschulden können, hauptsächlich auf Kosten der Steuerzahler! Das Ziel ist die Weltwährung und die Weltregierung (NWO)! Merkel und Schäuble sind ebenfalls nur willige Lakaien!

  • " Damit würden die Steuererleichterungen wahrscheinlich verlängert und dem Staat keine neuen Einnahmen zufließen. Genau das aber bräuchten die USA nach Ansicht von Volkswirten, um ihre Finanzen wieder in Ordnung zu bringen. "

    Warum mehr besteuern und nicht _WENIGER AUSGEBEN_?

  • QE4 also schon in Sichtweite. Der Süchtige braucht wieder seinen Stoff, mo money mo money. Schon der leichte Entzug einer auslaufenden Steuererleichterung kann der Fixer nicht mehr aushalten. Wo wird das enden...

  • "Sollte nach der Wahl weiterhin politischer Stillstand drohen, könnte sich die US-Notenbank Fed zu neuen quantitativen Lockerungsmaßnahmen (QE) veranlasst sehen, fürchtet Commerzbank-Experte Leuchtmann."

    Diese Gelddrucker, Wertevernichter und Blasenschaffer sind doch Obamas Gehilfen. Wie kann es da egal sein wer die Wahl gewinnt??? Wenn Obama gewinnt, dann wird sicherlich fleissig weitergedruckt. Die FED hat doch schon gesagt, dass sie ihren Kurs bis 2016 kaum aendern wird und somit Obama seinen Vernichtungskurs auch nicht.

  • Henkel meint ja, dass die Brüder und Schwestern in den Staaten alles besser machen und wir Europäer nur endlich den doofen Euro aufgeben müssen, damit auch wir ganz toll dastehen. So toll möchte ich - nach einem Blick über den Teich - aber lieber nicht dastehen.

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