Nachgefragt
„Ruhigeres Tempo, aber immer noch zügig vorwärts“

Vier Fragen zum Thema Dax-Entwicklung an Franz Wenzel, Chef-Volkswirt bei Axa Investments in Paris.

Viele Experten haben ein schwaches erstes Halbjahr 2007 vorhergesagt. Nun jagt ein Hoch das Nächste. Wie konnte es zu solch einer Fehleinschätzung kommen?

Wir haben die Konjunktur zum Jahreswechsel nicht so stark eingeschätzt. Die noch viel wichtigere Information für die Märkte ist jedoch: Die Inflation wird nicht überborden. Die US-Notenbank ist restriktiv, die Europäische Zentralbank expansiv. Dabei ist die voraussichtliche Zinserhöhung im März bereits eingepreist.

Allerdings mahnen viele Experten, dass der aktuelle Konjunkturzyklus weit fortgeschritten ist.

Die Historie zeigt, dass es dann zu einer Rezession kommt, wenn es in einem weit fortgeschrittenen Zyklus nicht zu einer ausreichenden Abkühlung kommt. Die Situation ist im Moment jedoch anders: Wir rollen nicht mehr mit 180 Stundenkilometern über die Autobahn, sondern nur noch mit 120. Damit befinden wir uns in ruhigerem Tempo, kommen aber immer noch zügig vorwärts.

Ist die anstehende Lohnrunde mit voraussichtlich höheren Abschlüssen eine Gefahr?

Nein. Die Gewinnmargen der Unternehmen befinden sich derzeit auf einem Allzeithoch. Das sind gute Voraussetzungen, dass höhere Löhne auch verkraftet werden.

Welche Gefahr geht von einer US-Konjunkturabschwächung aus?

Es gab aus den USA zuletzt positive wie negative Meldungen. Insgesamt gehen wir von einer weichen Landung aus, so dass Europas Märkte keinen Schaden nehmen.

Die Fragen stellte Christian Schnell.

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