Nebenwerteindex erreicht neues Hoch
Der MDax steigt und steigt

Der deutsche Index für mittelgroße Werte MDax hat gestern morgen ein neues Allzeithoch erreicht, nachdem er bereits am Freitag auf einem neuen Rekordstand geschlossen hatte. Auch im Ausland schwingen sich die Nebenwerte von einem Hoch zum nächsten.

DÜSSELDORF. Im Vergleich zu den Standardwerten sind die Titel der zweiten Reihe längst zu teuer, sagen Experten. Doch die Rally zeigt bisher keine Ermüdungserscheinungen.

Der MDax erreichte gestern kurzfristig einen neuen Höchststand von 8 732 Punkten. Zuletzt hatte er am vergangenen Freitag mit 8 702 Punkten einen neuen Rekordwert erreicht. Ähnlich das Bild in Großbritannien oder den USA: Der britische Nebenwerteindex FTSE 250 steht heute etwa 30 Prozent höher als im Jahr 2000. Auch der US-Index Russell 2000 hat auch zuletzt bei einem neuen Rekordhoch geschlossen.

Inzwischen haben die im MDax vertretenen Werte laut Bloomberg ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25. Die Standardwerte des Dax sind – bezogen auf die Gewinne der vergangenen zwölf Monate – nur mit 15,6 bewertet. Die kleineren Titel entwickeln sich bereits seit 2000 besser als große Standardwerte. Sie profitieren besonders stark von Niedrigzinsphasen, weil sie stärker als große Konzerne auf Kredite angewiesen sind. Historisch sind Nebenwerte im Durchschnitt etwa 20 Prozent günstiger als Standardwerte, weil sie meist mehr Risiko bergen und nicht so liquide sind wie große Titel. Phasen, in denen kleinere Werte die größeren überflügeln, dauern manchmal sechs oder sieben Jahre.

Profi-Anleger sind längst vorsichtig geworden. „Es ergibt keinen Sinn, dass die Titel des Nebenwerteindex so viel teurer sind als der Dax“, sagt Hans-Peter Schupp von Mainfirst. Inzwischen hat er in seinem „Classic Stock Fund“ den Anteil an Nebenwerten deutlich reduziert: von 55 Prozent des Portfolios im Jahr 2003 auf etwa ein Viertel. Schupp, der auf Grundlage fundamentaler Daten zu seiner Auswahl kommt und jeweils für längere Zeiträume investiert, entdeckt nur noch vereinzelt günstige Titel wie den Kondensatorenhersteller Epcos oder den finnischen Modulhersteller Perlos. „Wir mögen die kleineren Werte, aber nicht zu diesen Preisen“, sagt er. Nicht nachvollziehbar findet er etwa, dass die kleine deutsche IKB-Bank ein KGV von über 17 habe, die große niederländische Bank ABN Amro dagegen zu einem KGV von knapp elf handele.

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