Negative Vorzeichen
Dax-Ausblick: Zittern um die 4 000

Hält sie oder fällt sie, die psychologisch wichtige Linie von 4 000 Punkten im Dax? Diese bange Frage werden sich Anleger schon gleich zu Beginn der kommenden Woche stellen. Die Vorzeichen sehen nicht gut aus. Doch abseits der Pessimisten-Hauptstraße wagen Einzelne den Blick über düstere Horizonte.

HB FRANKFURT. Bereits an diesem Freitag wäre der deutsche Leitindex fast auf die 4 000er-Linie aufgeschlagen. Zuvor waren der Dow Jones in New York auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren und der Nikkei in Japan sogar auf ein 25-Jahres-Tief gefallen. Wenig verwunderlich, dass Anleger derzeit ein typisches Krisenverhalten an den Tag legen: Aus Sorge um weitere Tiefs in der Finanzkrise standen vor allem Finanztitel auf der Verkaufsliste, Gold legt hingegen zu und kostet fast 1 000 Dollar die Feinunze.

"Die Markteilnehmer nehmen die katastrophale Lage zunehmend zur Kenntnis", kommentiert Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba das Geschehen an der Börse. Derzeit sieht der Experte "keinen Grund, an die Auferstehung der Märkte zu glauben". Falle beim Dax die 4 000-Punkte-Marke, dann werde es wohl zu einem weiteren, deutlichen Absturz der Märkte kommen. Auch die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger weisen darauf hin, dass für den Dax eine Unterstützungslinie bei 4 150 Punkten gelegen habe.

Damit ist das wichtigste Börsenthema für den Wochenbeginn bereits vorgezeichnet. "Die kommende Woche dürfte unter dem Motto stehen: Verteidigung der 4 000-Punkte-Marke", prognostiziert Dennis Nacken von der Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors. "Das dürfte die Anleger sehr nervös machen, da das eine psychologisch wichtige Marke ist." Zuletzt hatte der Dax im November 2004 auf diesem Niveau notiert.

In der abgelaufenen Woche hat der Dax rund acht Prozent verloren. Nicht nur Finanzwerte, wie die Papiere der Commerzbank, gerieten massiv unter Druck. Geschäftszahlen, etwa von Daimler, enttäuschten ebenfalls. "Insgesamt können wir für die heimischen Aktienmärkte weiterhin keine Entwarnung geben", stellen die Analysten der Landesbank Berlin fest. "Die wirtschaftlichen Hiobsbotschaften dürften die Investoren noch die nächsten Monate begleiten und immer wieder Druck auf die Aktienkurse ausüben."

Unter Druck könnten die hiesigen Märkte auch wegen der Entwicklung der osteuropäischen Börsen geraten. Gerade die exportorientierte deutsche Wirtschaft ist stark von den Entwicklungen in den einst gefeierten Regionen abhängig. In den vergangenen Tagen rückte nun die Angst vor einem Kollaps von Volkswirtschaften Osteuropas immer stärker in den Vordergrund. Das hätte nach Einschätzung von Analysten beträchtliche Auswirkungen auch auf die Euro-Zone. "Hier wird befürchtet, dass Milliardenkredite, welche aus dem europäischen Raum in den Osten gewährt wurden, nicht mehr zurückbezahlt werden können", schreibt Analyst Sören Wiedau von der Weberbank.

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