Nettoverlust von 956 Millionen Euro
Bonität von Daimler verschlechtert sich

Die Ratingagentur Standard & Poors's (S&P) hat die Bonitätsbewertung für langfristige Verbindlichkeiten des deutsch-amerikanischen Automobilherstellers Daimler-Chrysler um eine Stufe auf „BBB“ von „BBB+“ herabgestuft.

HB STUTTGART. Die Maßnahme reflektiere die zunehmende Sorge über die Aussichten der Chrysler Group angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs auf dem nordamerikanischen Automarkt, hieß es in einer S&P-Mitteilung am Dienstag. Der Ratingausblick sei negativ. S&P bestätigte das Kurzfristrating mit „A-2“. Daimler-Chrysler hatte am Mittag seine Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Die Daimler-Chrysler-Aktien bauten ihre Verluste zudem nach der Herunterstufung durch S&P aus und verbuchten am Nachmittag ein Minus von 3,7 Prozent auf 30,76 Euro.

Der Finanzvorstand der Daimler-Chrysler AG, Manfred Gentz, hat sich enttäuscht über die Herabstufung des Langfrist-Ratings durch Standard & Poor's (S&P) gezeigt. Sein Unternehmen sei viel weniger anfällig im US-Geschäft als beispielsweise die Wettbewerber General Motors und Ford, sagte Gentz am Dienstag während einer Telefonkonferenz nach Bekanntgabe der Neunmonatszahlen. Gentz begründete dies mit der breiteren Aufstellung unter anderem durch die Mercedes Car Group sowie durch die Nutzfahrzzeug- und Servicesparte. Mercedes-Benz etwa verkauft den weitaus überwiegenden Anteil der Fahrzeuge in Deutschland und Westeuropa. S&P begründete das Absenken des langfristigen Kreditratings auf „BBB“ von „BBB+“ mit verschlechterten Aussichten der US-Sparte Chrysler Group. Der Konkurrenzkampf im nordamerikanischen Automobilmarkt nehme zu.

Ob der Konzern nach einer Abschreibung von 1,96 Milliarden Euro auf den Buchwert seiner 30-Prozent-Beteiligung an der EADS in diesem Jahr nach Steuern noch einen Gewinn erreicht, ist nach den Worten von Gentz unsicher. „Das hängt vom vierten Quartal ab. Wir wissen nicht, ob wir diese Effekte ausgleichen können“, sagte er. Nach neun Monaten steht DaimlerChrysler bei einem Nettoverlust von 956 Millionen Euro.

„Die Mehrzahl der Analysten hätte sich wohl gewünscht, dass Daimler-Chrysler in Bezug auf die Gesamtjahresprognose für Chrysler reinen Tisch macht. Das ist nicht passiert und die Prognose bleibt weiterhin sehr, sehr ambitioniert“, sagte Tino Morgner, Analyst bei der WGZ Bank. Auch ein Analyst der WestLB äußerte sich skeptisch: „Chrysler muss im vierten Quartal einen Gewinn von 650 Millionen Euro erwirtschaften, um im Gesamtjahr einen kleinen Überschuss auszuweisen. Wir halten das für unwahrscheinlich. Auch der Markt wird das anzweifeln.“

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