Neue globale Initiative
Viele Verwalter legen verantwortlich an

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Anforderungen der Kunden steigen

Auffällig ist nur, dass einige Anbieter wie etwa HSBC Trinkaus und Pioneer nicht darauf antworteten, ob ESG-Analysen konzernweit für sämtliche Vermögensanlagen etabliert sind und ob alle Portfolio-Manager verpflichtet sind, deren Ergebnisse bei ihren Anlageentscheidungen zu beachten. Bei der AGI sind drei Töchter PRI-Mitglieder. Damit aber die Verbindlichkeit für alle Portfoliomanager steigt, prüft der Konzern, sie ebenfalls zu unterzeichnen.

Auch Universal-Investment erwägt den PRI-Beitritt, obwohl das Unternehmen kein „normaler“ Vermögensverwalter ist, sondern eine zentrale Administrationsplattform für institutionelle Investoren und 350 Vermögensverwalter. Darum ist ein Teil der PRI für Universal nicht relevant. Universal prüft aber täglich, ob Anlagevorgaben von Fonds eingehalten werden.

„Passt ein Kunde nach der PRI-Unterzeichnung seine Anlagenrichtlinien an, fließt das in unsere Prüfung ein“, erklärt Geschäftführungsmitglied André Jäger. Auch Risikopositionen würden ermittelt. Darum werde geprüft, ob es sinnvoll sei, alle Kunden durch systematische Bereitstellung von ESG-Informationen zu sensibilisieren und was Universal-Investment dabei leisten könne.

Der Trend in Sachen Nachhaltigkeit im Ausland ist, sich erst zu seiner Verantwortung zu bekennen und sie dann umzusetzen. Deutsche Institutionelle wollen offenbar erst sicher sein, die Ansprüche erfüllen zu können. „Wir befürworten Inhalte und Ziele der UN-PRI und prüfen derzeit eine mögliche Unterzeichnung. „Bis dahin implementieren wir die Prinzipien immer stärker in unsere konzernweiten Abläufe“, so ein Dekabank-Sprecher.

Die Relevanz der PRI nimmt zu, nicht nur weil ihre Beachtung laut Mitgliedern den Informationslevel erhöht und Anlageprozesse stärkt. „Mit der Unterzeichnung kann man sich Marktpotenziale erschließen, weil die Anforderungen vermögender und institutioneller Investoren steigen – wer nicht dabei ist, kommt nicht in die engere Wahl für Mandate“, betont Robert Bopp, Senior Manager bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Auf Initiative der KfW Bank ist kürzlich ein deutsches PRI-Netzwerk entstanden.

Es soll Mitgliedern und potenziellen Unterzeichnern den Informations- und Erfahrungsaustausch erleichtern und transparent machen, wie das Regelwerk mit Leben zu füllen ist und welche Vorteile es für Kapitaleigner und Vermögensverwalter bringt.

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Susanne Bergius
Susanne Bergius
/ selbstständige Journalistin

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