Neuer Industriestandard
Die Börse spricht bald XBRL

Eine neue Computersprache wird künftig die Arbeit von Analysten, Bankern und Börsianern massiv erleichtern. Der unter dem sperrigen Kürzel XBRL firmierende Standard „bietet börsennotierten Unternehmen die Möglichkeit, Informationen für ein breites Publikum sowie für Investoren transparent zu machen“, sagt Richard Willis, Sprecher der Deutschen Börse.

DÜSSELDORF. Experten gehen davon aus, dass die EU-Transparenzpflicht-Richtlinie dem Standard im kommenden Jahr auch hierzulande auf die Sprünge helfen wird. XBRL (Extensive Business Reporting Language) ist eine Weiterentwicklung des Internetstandards XML. Bereits vor drei Jahren hat die Deutsche Börse die XBRL-Initiative ins Leben gerufen. Diese wird etwa von der Deutschen Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität (DGAP), der Software AG, S&N sowie von Ernst & Young unterstützt. Den Durchbruch hat XBRL in Deutschland jedoch noch nicht geschafft.

„Die Deutsche Börse setzt auf das Potenzial dieser Computersprache“, sagt Willis. „Ziel ist, einen einheitlichen, international anerkannten Reporting-Standard zu etablieren, um den Informationsaustausch zu verbessern.“ XBRL bietet das bei Firmendaten aller Art, die in Quartalsberichten oder Jahresabschlüssen auftauchen. Zudem erlaubt Software, die darauf aufsetzt, eine einfache automatische Analyse der Kennzahlen.

„Beim Austausch von Unternehmensinformationen spielen Software- und Systemgrenzen keine Rolle mehr“, sagt Thomas Klement, Direktor des XBRL-Konsortiums. Es gehe nicht darum, neue elektronische Rechnungslegungsvorschriften zu schaffen, sondern bestehende – wie HGB, IFRS oder US-Gaap – einheitlich aufzubereiten.

Technisch wird das so erreicht: Der Berichtende legt zunächst den Aufbau seines Reportings fest. Dabei wird jedes Zahlenfeld definiert und mit einem spezifischen Attribut versehen. Dieses Attribut, Taxonomie genannt, bleibt immer erkennbar. „Die Suche nach einzelnen Werten wird so drastisch verbessert, weil sie immer eindeutig zugeordnet sind“, sagt Klement.

Je nach Bedarf, ob für den Kreditgeber, die Ratingagentur oder den Anleger, kann unterschiedlich umfangreich berichtet werden. „Vorteil für Nutzer ist, dass alle Daten in einem Format präsentiert werden“, so Klement. „Damit entfällt die aufwändige, interpretationsbedürftige und damit fehleranfällige Aufbereitung.“ Zudem beschleunige XBRL das Erstellen von Geschäftsberichten.

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