Neuer Kurst-Tiefstand erreicht
Medion-Aktie bricht nach Bericht über Auftragsverlust ein

Die Aktie des Essener Elektronikgroßhändlers Medion ist am Donnerstag in Reaktion auf einen Magazinbericht eingebrochen, demzufolge der Konzern einen Großauftrag von Aldi Süd für das Weihnachtsgeschäft verloren hat.

HB DÜSSELDORF. Der Kurs der im MDax notierten Papiere gab zeitweise um deutlich über 15 % nach und erreichte mit 14,00 € einen neuen Tiefstand. Das „manager magazin“ hatte am Donnerstag in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, Medion habe bereits zu Jahresanfang einen Auftrag von Aldi Süd über 100 000 Fernseher für das Weihnachtsgeschäft an zwei türkische Konkurrenten verloren.

Sollten sich die neuen Anbieter als zuverlässig herausstellen, könnte die langfristige Lieferbeziehung zwischen Medion und Aldi nachhaltig gestört werden. Die Aldi-Gruppe ist einer von fünf Großkunden, mit denen der Essener Konzern insgesamt 65 % seines Umsatzes erzielt.

Medion wollte den Bericht unter Verweis auf die mit Kunden und Lieferanten vereinbarte Geheimhaltung nicht kommentieren. Eine Sprecherin sagte lediglich: „Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass nicht, wie vom „manager magazin' berichtet, bereits zu Jahresanfang über größere Weihnachtsgeschäfte verhandelt wird.“ Das Magazin berichtete weiter, durch die rasche Expansion der Essener stiegen die Personalkosten schneller als der Umsatz.

Medion-Finanzvorstand Christian Eigen hatte Ende Juli in einem Gespräch mit Reuters angekündigt, im Zuge von Kostensenkungen sei ein Personalabbau nicht ausgeschlossen. Der Konzern hatte im ersten Halbjahr erstmals einen Gewinnrückgang verbucht und für das Gesamtjahr 2004 Umsatz- und Gewinneinbußen nicht mehr ausgeschlossen. Als Grund nannte der Vorstand neben der schwachen Inlandsnachfrage den Preisverfall bei der Konsumelektronik. Medion will seine Auslandsexpansion vorantreiben und konzentriert sich dabei auf multinationale Handelsketten. Erste Erfolge konnte Medion jüngst in den USA verbuchen. Der Aktienkurs war bereits nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen Ende Juli um beinahe 40 % auf das Niveau vom Börsengang eingebrochen.

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