Neues Börsensegment „Plus“
Mehr Wettbewerb in London

Kleine Firmen wählen für ihre Börsengänge zunehmend preiswerte, wenig regulierte Kapitalmarktsegmente. Das muss auch der Marktführer für kleine Emissionen unter den europäischen Handelsplätzen, der zur Londoner Börse gehörende Alternative Investment Market (AIM) feststellen.

HB FRANKFURT. Durch seine Popularität groß und teuer geworden, bekommt er inländische Konkurrenz durch die Plus Markets Group (PMG).

„Der AIM wandte sich an kleine Firmen, die preiswert in einem Segment an die Börse gegen wollten, in dem sie Investoren auch auffallen“, sagt PM-Direktor Nemone Wynn-Evans. Bei mittlerweile 1 500 gelisteten Firmen verschwänden die kleinen Unternehmen aber in der Masse, gleichzeitig stiegen durch zunehmende Regulierung die Kosten. Das lasse Raum für ein Segment unterhalb des AIM, so der ehemalige AIM-Manager. Bislang sind am PMG-Segment „Plus“ rund 160 Unternehmen gelistet, darunter der Fußballverein Arsenal London.

Damit scheint sich ein Trend fortzusetzen, der auch die Deutsche Börse im Oktober 2005 zum Handeln bewegt hatte. Damals rief sie mit dem „Entry Standard“ eine deutschen Variante des AIM ins Leben. Der Grund: Steigende Auflagen hatten einen Börsengang an einem der klassischen Börsensegmente so teuer gemacht, dass die Aufnahme von Eigenkapital auf diesem Wege zu teuer wurde.

Bislang hat sich der Entry Standard mit seinen mittlerweile 43 Firmen bewährt. Hier kann ein Unternehmen mit 30 000 Euro für die laufenden Kosten der Börsennotierung auskommen. In den geregelten Frankfurter Segmenten kostet die Notierung mindestens 200 000 Euro im Jahr. Im Deutschen Aktienindex (Dax) gelistete Konzerne zahlen ein Vielfaches davon.

Anders als der am Ende skandalumwitterte Neue Markt, liefert der Entry Standard bislang keine Negativschlagzeilen. Dies liegt nicht nur an den dort gelisteten Firmen. Die Deutschen Börse warnt auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass der Entry Standard nicht für Privatanleger gedacht sei. Diese hatten sich am Neuen Markt in Scharen die Finger verbrannt.

Anders als in England dürfte sich Experten zufolge hierzulande kein Segment wie der „Plus“ unterhalb des Entry Standards bilden. In London seien Tausende Firmen börsennotiert und liquide handelbar, bei uns dagegen nur gut 1 000, lautet die Einschätzung. „Da braucht man keine starke Differenzierung in viele Börsensegmente“, sagt ein Analyst.

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