Neues Segment ab 19. Mai
Deutsche Börse startet Fondshandel

Die Deutsche Börse steigt in den börslichen Fondshandel ein. Damit dringt der Branchenprimus in die Domäne der Regionalbörsen ein.

FRANKFURT. Ab dem 19. Mai könnten rund 2 600 Fonds gehandelt werden, die am Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) gelistet seien, teilte die Deutsche Börse am Mittwoch mit. Damit bestätigte die Börse einen entsprechenden Handelsblatt-Bericht von Ende März. Die Börse teilte weiter mit, die Fonds könnten zwischen 9.00 und 20.00 Uhr gehandelt werden. Zielgruppe seien vor allem Privatanleger, die nun Fonds ohne Ausgabeaufschlag über die FWB erwerben könnten. Die Börsen Hamburg, Berlin und Düsseldorf haben den Markt für den Fondshandel bereits in den vergangenen drei Jahren entdeckt und verzeichnen enorme Wachstumsraten. Mit einem Handelsvolumen von rund 1,4 Mrd. Euro erzielten die drei Fondsbörsen in den ersten beiden Monaten 2006 bereits knapp die Hälfte des gesamten Vorjahresumsatzes von rund drei Mrd. Euro.

Lange hatten sich die großen Fondsgesellschaften gegen den börslichen Handel ihrer Fonds gewehrt. Anders als beim Verkauf über eine Bank geht ihnen so nämlich der Ausgabeaufschlag – üblicherweise vier bis fünf Prozent – verloren, mit dem sie ihren Vertrieb finanzieren. Außerdem bemängeln sie eine fehlende Transparenz bei der Preisbildung. Anders als zunächst spekuliert, werden sich die Fondsgesellschaften nicht gegen die Einbeziehung ihrer Fonds in den Börsenhandel in Frankfurt wehren können. Es ist aber vorstellbar, dass die Deutsche Börse gegen diese mächtigen Marktteilnehmer agiert. Offenbar hat die starke Nachfrage von Kleinanlegern den Widerstand gebrochen.

Betreut werden die Fonds am Frankfurter Parkett dem Vernehmen nach von den Börsenmaklern DBM und NMFleischacker. Zu welchen Konditionen diese ihre Kurse stellen, will die Börse jedoch erst noch festlegen.

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