New Yorker Börse
Dax-Konzerne verlassen die Wall Street

Früher galt eine Börsennotierung an der Wall Street als gut fürs Geschäft. Doch die Zeiten sind vorbei. Bis auf wenige Ausnahmen haben sich alle Dax-Unternehmen zurückgezogen, jetzt auch Siemens. Das hat gute Gründe.
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New YorkDer 12. März 2001 war einer der schillerndsten Tage im Lebens Heinrich von Pierers. Der damalige Siemens-Chef durfte auf der Empore im Saal der New Yorker Börse die Glocke für den Handelsbeginn läuten. Der deutsche Industriekonzern hatte den Sprung an die Wall Street gewagt. In der Welthauptstadt des Kapitalismus wurden nun neben Frankfurt die Siemens-Aktien gehandelt. „Für ein Unternehmen wie Siemens ist es ein Muss, hier in New York notiert zu sein“, sagte von Pierer. An diesem Donnerstag (15. Mai) soll der Handel enden.

Siemens ist einer der letzten namhaften deutschen Konzerne, die sich von der Wall Street wieder verabschieden. Nachdem im Jahr 2007 die Regeln für den Rückzug vereinfacht wurden, haben auch schon Eon, BASF, Bayer, Infineon, die Allianz, die Deutsche Telekom oder Daimler Goodbye gesagt. Von einst gut einem Dutzend Dax-Unternehmen sind noch genau drei übrig: die Deutsche Bank, der Software-Hersteller SAP und der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC).

Teils hatten sich die Hoffnungen auf den geschäftlichen Schub für den US-Markt nicht erfüllt, teils machten die Deutschen schlechte Erfahrungen mit dem komplexen Regelwerk und der strengen Börsenaufsicht SEC: So musste sich Siemens in der Schmiergeldaffäre auch gegenüber den US-Behörden verantworten. Vor allem aber macht eine Zweitnotierung in New York in Zeiten des computergestützten Börsenhandels keinen Sinn mehr. Sie kostet nur Zeit und Geld.

Das zeigt sich auch am Beispiel Siemens: Die Bedeutung der USA als Markt sei weiterhin groß und internationale Aktionäre genössen einen hohen Stellenwert, beteuerte Finanzchef Ralf Thomas. „Die wichtigsten Handelsplätze für unsere Aktie sind aber eindeutig Frankfurt sowie die außerbörslichen elektronischen Handelsplattformen - auch für unsere US-Investoren.“ So wurden in den vergangenen zwölf Monaten deutlich weniger als fünf Prozent des Handels mit Siemens-Aktien in New York abgewickelt - damit waren die Voraussetzungen für den Rückzug erfüllt.

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