Nur geringe Fortschritte bei der „Entwicklungsstrategie“ der Regierung – Aktienkurse sind deutlich gefallen
Vietnams Börsenpläne lassen viele Fragen offen

Seit Vietnam den 130 Mill. $ schweren Aktienmarkt vor drei Jahren geöffnet hat, gibt es Pläne zur Expansion. Doch Händler und Anleger fragen sich, wie ernst es der Regierung damit ist.

Bloomberg HO CHI MINH STADT. Dass Premierminister Phan Van Khai die „Entwicklungsstrategie“ abgesegnet hat, macht eine Rückkehr zur Planwirtschaft nahezu unmöglich. Trotzdem bleibt der Plan vage. Bis 2005 soll die Börsenkapitalisierung von derzeit 0,4 % auf bis zu 3 %, bis 2010 auf 15 % des Bruttoinlandsprodukts steigen. Wie, bleibt allerdings offen.

Am „Ho Chi Minh City Securities Trading Center“, so heißt die Börse, sind 21 Unternehmen gelistet. „Das ist wichtig, aber nicht genug“, kommentiert Tran Quyet Thang, Generaldirektor von Saigon Securities, einer Investmentbank in Ho Chi Minh Stadt. Geplant ist, Großunternehmen für die Börse Vietnam zu gewinnen. Zudem sollen die Beschränkungen für ausländische Investments gelockert werden – wie weit ist noch offen. Unklar ist auch, wie steuerliche Anreize für Investoren aussehen sollen. Die offenen Fragen sind Absicht, sagt Vu Bang, Vize-Vorsitzender der Börsenaufsicht State Securities Commission. „Weil es sich um eine neue Entscheidung handelt, gibt es noch keinen genauen Zeitplan für die Umsetzung der einzelnen Punkte“, sagte Bang.

Dass der Markt einen Anstoß benötigt, steht außer Frage. Der Leitindex von Vietnam, der VN Index, ist seit seinem historischen Hoch im Jahr 2001 um 75 % eingebrochen. 2003 wagte erst ein Unternehmen den Sprung an die Börse. Nach den Plänen der Regierung sollen es 40 werden. „Noch spielt der Aktienmarkt nicht die Rolle eines Kanals für Kapitalmobilisation“, sagt Nguyen Thi Mai Thanh, Generaldirektor von Refrigeration Electrical Engineering, dem nach der Marktkapitalisierung drittgrößten Unternehmen Vietnams.

Die Regierung hat Schritte eingeleitet, um Investments zu ermutigen. Letzten Monat wurde die Beteiligungsobergrenze für ausländische Investoren von 20 auf 30 % angehoben. Außerdem bekam Viet Fund Management Co die Lizenz zur Auflegung des ersten Investmentfonds.

Doch es steht einiges auf dem Spiel, zumal viele Aktien außerbörslich gehandelt werden, wodurch Kontroll- und Offenlegungsvorschriften unter den Tisch fallen. „In Vietnam werden Aktien im Wert von rund 1 Mrd. $ außerbörslich gehandelt, was gefährlich ist“, warnt Dominic Scriven, Direktor von Dragon Capital. Die „Entwicklungsstrategie“ plant einen dualen Markt, aufgeteilt in Ho Chi Minh Stadt.

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