Ohne Regeln
Nasdaq startet Privat-Börse

Weil Skandale wie im Falle von Enron und Worldcom die amerikanischen Börsen erschüttert haben, ist die amerikanische Börsenaufsicht SEC eine der strengsten der Welt. Das schreckt immer mehr institutionelle Anleger ab. Gerade diesen Großanlegern bietet die US-Technologiebörse Nasdaq jetzt eine Alternative an.

NEW YORK. Die strengen Regeln von Nasdaq, New York Stock Exchange und American Stock Exchange sollen vor allem Privatanleger schützen. Große institutionelle Anleger behindern sie jedoch oft. Die Folge: Im vergangenen Jahr haben amerikanische Unternehmen abseits aller Börsenregeln erstmals mehr Geld direkt bei Privatanlegern eingesammelt – insgesamt 162 Mrd. Dollar – als an den drei größten Börsen des Landes zusammen. Über Nasdaq, New York Stock Exchange und der American Stock Exchange wurden insgesamt nur 154 Mrd. Dollar beschafft. Goldmann Sachs hat daher bereits reagiert und bietet mit „GSTrUE“ eine Privatbörse ohne Regularien ausschließlich für institutionelle Anleger an.

Nun folgt laut einem Bericht der Washington Post auch die amerikanische Technologiebörse Nasdaq. Die Portal getaufte Privat-Börse soll dabei die bereits geschaffenen Konkurrenz-Börsen von Goldman Sachs, Merrill Lynch, Lehman Brothers und der Citigroup in der Größe übertreffen: Bei Eröffnung sollen nach Angaben von Washington Post und des Wall Street Journal 500 Unternehmen gehandelt werden.

An Portal kann jedes private Unternehmen teilnehmen und ohne die üblichen Börsenregularien wie regelmäßige Veröffentlichungen von Geschäftszahlen Anteile ausgeben. Entsprechend hoch ist die Hürde für Anleger, die investieren wollen: Ein Vermögen von 100 Millionen Dollar ist Mindestvoraussetzung. Die Washington Post zitiert Nasdaq-Führungskräfte, die von der „bedeutendsten Entwicklung an der Wall Street seit Jahrzehnten“ sprechen.

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