Omhex kommt nach der Fusion voran
Nordeuropa-Börse will 2004 durchstarten

Die im Frühjahr angekündigte Fusion der Börsen in Helsinki und Stockholm zur Omhex hat sich nach Worten des stellvertretenden Chefs, Jukka Ruuska, bisher gut entwickelt. Die Integration beider Handelsplätze verlaufe zügiger als zunächst angenommen. Im kommenden Jahr will er richtig durchstarten. Dann sollen eine gemeinsame Handelsplattform, ein einheitliches Clearingsystem und ein einheitlicher Zugangspunkt den Handel mit nordeuropäischen Aktien deutlich erleichtern.

HELSINKI. „Die Investoren sehen Nordeuropa schon seit langem als einen Markt an. Deshalb war die Integration der Börsen in Stockholm, Helsinki, dem estnischen Tallinn und dem lettischen Riga ganz natürlich“, sagt Ruuska. Und er lädt die Börsen in Kopenhagen und Oslo sowie Reykjavik zu einer engeren Kooperation ein. „Sollten sie eine Fusion mit uns befürworten, sind wir bereit“, sagt der stellvertretende Omhex-Chef. Mit den Börsen in Dänemark, Norwegen und Island besteht seit längerem eine Kooperation. Aus Kopenhagen und Oslo sind in den vergangenen Monaten tatsächlich positive Signale gekommen: Eine noch engere Zusammenarbeit mit Omhex werde untersucht, hieß es.

Logisch wäre ein Zusammengehen der Börsen in der Ostseeregion allemal. „Jede einzelne Börse ist zu klein, doch zusammen haben wir Gewicht“, sagt Ruuska und betont, dass die Omhex mit einem Handelsvolumen von 301 Mrd. Euro in den ersten drei Quartalen dieses Jahres die Nummer sieben in Europa ist. Die finnische HEX hatte sich vor einigen Jahren die Kontrollmehrheit an den kleinen Börsen in Estland und Lettland gesichert. Nach der Fusion der Börsen in Stockholm und Helsinki sind auch Tallinn und Riga in die Zusammenarbeit mit einbezogen worden.

An den Börsen in Helsinki, Stockholm, Tallinn und Riga sind 5 00 Unternehmen mit einem Börsenwert von 411 Mrd. Euro notiert. Im Bereich der Technologie-Branche ist die Omhex nach Aussagen von Ruuska sogar die Nummer eins in Europa. Das liegt natürlich an dem weltgrößten Handy-Hersteller Nokia, der in Helsinki und Stockholm notiert ist und erst vor kurzem wegen zu geringer Umsätze den Rückzug von der London Stock Exchange beschlossen hat.

Dennoch gibt Ruuska zu, dass seine Börse „schwierige Zeiten“ durchlebt habe. Der Kurssturz von Telekommunikations- und IT-Aktien im Frühjahr 2000 hat die Börse in Helsinki ganz besonders hart getroffen. Lauri Rosendahl, Chef der Investmentbank ABM Amro Alfred Berg in Helsinki, sieht das genauso und hat ausgerechnet, dass der Index an der Börse in der finnischen Hauptstadt seit März 2000 bis heute um rund 70 % nachgegeben hat.

Der Stolz der Börse ist gleichzeitig zu einer großen Belastung für Ruuska geworden: Nokia hat auch in diesem Jahr den Anlegern keine Freude bereitet und damit den gesamten Index der Börse in der finnischen Hauptstadt belastet. Für Analyst Rosendahl ist das Warten auf ein Wiedererwachen der seit 2000 angeschlagenen Telekommunikationsindustrie Zeitvergeudung. „Der Investment-Boom in diesen Sektor ist vorbei und wird auch nicht mehr wiederkommen“, sagt er. Börsenchef Ruuska gibt sich optimistischer: „Die zweite Jahreshälfte 2003 läuft deutlich besser als die erste Jahreshälfte“. Seit Jahresbeginn ist die Börse in Helsinki um 11 % gestiegen.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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