Optimismus an der Börse
Dax-Ausblick: Anleger atmen durch

Ist der Boden erreicht? Der Dax legte allein in dieser Woche rund vier Prozent zu, seit dem Tief im März sogar 20 Prozent. Optimistisch dürften also die Anleger in die kommende Woche gehen. Doch die Risiken seien noch nicht aus der Welt, warnen Skeptiker. Und sie haben gute Gründe für ihre Vorsicht.

HB FRANKFURT. Gleich mehrere Gründe fanden Börsianer für ihre gute Stimmung diese Woche: Die G20-Staaten haben auf ihrem Gipfel Hilfen für die Weltwirtschaft beschlossen. Mit Erleichterung reagierte der Aktienhandel zudem auf Konjunkturdaten. So hat zum Beispiel der Abschwung der US-Industrie im März etwas an Tempo verloren. Einige Experten werteten dies als Hoffnungsschimmer, dass sich die weltgrößte Volkswirtschaft allmählich stabilisieren könnte. Die gute Stimmung dürften die Anleger auch in die neue Woche mitnehmen, glauben Marktbeobachter.

"Ich bin recht positiv gestimmt, der Markt bekommt nach und nach Rückenwind", sagt Stefan Scheurer, Kapitalmarktanalyst bei Allianz Global Investors. Die Erwartungen der Anleger hellen sich nach seiner Beobachtung allmählich auf. Der Aktienstratege sieht zudem Anzeichen dafür, dass die fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen zu greifen beginnen.

Immer noch gibt es schlechte Nachrichten. Dass die wenigen positiven gleich auf die Börse wirken, hat - so Scheurer - seine Gründe: "Da die Stimmung der Marktteilnehmer bereits am Boden ist, können sie eigentlich nur noch positiv überrascht werden." Auch Aktienstrategin Susanne Lahmann von der Bremer Landesbank ist im Großen und Ganzen eher zuversichtlich: "Der Dax könnte Ende der Woche noch einen Tick höher liegen."

Ob an den Aktienmärkten der Boden erreicht ist und es nun also aufwärts geht, das wagen die Beobachter so indes nicht zu behaupten. Zwar geht erfahrungsgemäß die Börse der Entwicklung in der Realwirtschaft voraus - etwa ein halbes Jahr, wird gerne als Faustformel genannt. Doch ob die Wirtschaft in einem halben Jahr wieder in Schwung kommt, das halten doch einige für eine gewagte Prognose. Zu den Zweckoptimisten gehört hier der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke. Er hält ein Ende der Rezession gegen Jahresende für möglich.

Von solchen Aussagen lassen sich Investoren durchaus inspirieren, wie die Entwicklung an den Börsen zuletzt zeigte. Doch die Verunsicherung unter den Anlegern sei noch groß, hat Susanne Lahmann beobachtet; viele zögerten einzusteigen. "Ich glaube nicht, dass es nochmal so richtig nach unten geht", meint Allianz GI-Experte Scheurer, warnt aber zugleich: "Es kann volatil bleiben." Denn Anleger könnten nach der deutlichen Aufwärtsbewegung Gewinne einstreichen. "Gegenwind ist nicht ausgeschlossen", befürchtet der Kapitalmarktexperte. Vor allem müssten die "Aufräumarbeiten im Bankensektor weiter im Auge behalten werden".

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