Optimisten hoffen auf mutige Investoren
Dax-Ausblick: Chancen für den Einstieg

Zinsängste und Konjunktursorgen werden auch in der kommenden Woche die Stimmung am deutschen Aktienmarkt belasten. Davon jedenfalls gehen Marktbeobachter aus. Investoren könnten aber günstige Kurse zum Wiedereinstieg nutzen und dadurch dem Dax Auftrieb geben.

HB FRANKFURT. „Wir werden in der nächsten Woche wohl ein gemischtes Bild haben“, sagt Commerzbank-Stratege Achim Matzke. „Da die Berichtssaison erst im Juli wieder so richtig losgeht, ist von Unternehmensseite nicht viel zu erwarten. Selektiv orientierte Käufer werden aber wieder bei Werten einsteigen, bei denen sie die jüngsten Verluste für fundamental übertrieben halten.“ Die Talsohle am Aktienmarkt sei wohl durchschritten, schätzt Aktienstratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. „Sicherlich hat hier auch die US-Notenbank etwas die Gemüter beruhigt mit der Aussage, die Zinsschraube nicht überdrehen zu wollen.“ Der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke hatte sich zuletzt vergleichsweise zurückhaltend zum jüngsten Inflationsanstieg in den USA geäußert und damit die Furcht vieler Anleger vor weiteren Zinserhöhungen gedämpft.

Der Abwärtstrend am Aktienmarkt hat den Leitindex in der vergangenen Woche zeitweise auf ein Jahrestief von 5 243 Punkten gedrückt. Damit büßte der Dax rund 900 Punkte zu seinem Hoch vom Mai ein. Zur Wochenmitte setzte eine Gegenreaktion ein. Die Experten der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) fragen in ihrem Wochenausblick, „ob die jüngsten Kursgewinne einen ‚dead cat bounce’ – also eine kurzfristige Gegenbewegung in einem anschließend weiter fallenden Markt – darstellen, oder ob es der Beginn einer Bodenbildung ist“. Das sei „das von uns favorisierte Szenario“.

„Die aktuellen Kurse könnten vor allem für Anleger attraktiv sein, die bei einem Dax-Stand von 6 000 Punkten ausgestiegen waren“, konstatiert Aktienstratege Günter Senftleben von der Bankgesellschaft Berlin. „Rein technisch ist zwar durchaus noch Abwärtspotenzial bis um die 5 000 Punkte drin, ich könnte mir aber vorstellen, dass es der Dax in der kommenden Woche wieder bis an die 5 500 Punkte schafft.“

Spannendes Thema am Markt bleibt der Übernahmekrimi um Schering. Der Leverkusener Bayer-Konzern informiert voraussichtlich am Donnerstag über das endgültige Ergebnis der Kaufofferte. In diesem Zusammenhang wird die Veränderung des Streubesitzes der Berliner interessant. „Wenn Bayer schon nächste Woche sagt, sie halten mehr als 95 Prozent, dann wird die Schering-Aktie im Verlauf von zwei Handelstagen aus dem Dax genommen“, sagt HVB-Aktienstratege Christian Stocker. In diesem Fall würde der Darmstädter Konkurrent Merck, der im Übernahmekampf um Schering schließlich einlenkte und sich seine 22-prozentige Schering-Beteiligung vergolden ließ, automatisch in den Leitindex nachrücken.

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