Optimistische Analysten
Die Kurse haben noch Luft nach oben

Die Stimmung an den Börsen ist gut. Experten rechnen angesichts der positiven Geschäftszahlen der Konzerne mit weiteren Kursgewinnen. Große Unternehmen wie Münchener Rück, Eon oder Air France-KLM, können nach Erwartung der Analysten starke Zahlen präsentieren.
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FRANKFURT. Aktien stehen wieder für positive Nachrichten. "Weiteres Aufwärtspotenzial" erkennt Analyst Carsten Klude von MM Warburg, nachdem der Deutsche Aktienindex (Dax) seit Anfang Oktober um knapp ein Zehntel zugelegt hat. Mittelfristig wird das Standardwertebarometer die 7000-Punkte-Marke erreichen, meinen die Analysten der Landesbank Berlin (LBB), auch wenn "jederzeit eine kurzfristige Gegenbewegung möglich ist".

Hauptgrund: Die Quartalsberichtssaison, die in Deutschland und Europa auf vollen Touren läuft. Sie dürfte die gute Stimmung an den Börsen anfeuern. Große Unternehmen wie Münchener Rück, Eon oder Air France-KLM, aber auch viele mittelgroße und kleinere Firmen werden nach Erwartung von Experten über starke Geschäfte berichten. "Wir gehen davon aus, dass die Dax-Unternehmen aufgrund der guten konjunkturellen Entwicklung in den wichtigsten Absatzmärkten bereits 2011 wieder mehr verdienen als im bisherigen Rekordjahr 2007", meinen die Analysten der DZ Bank. Nachdem zwei Drittel der Dax-Firmen Quartalszahlen vorgelegt haben, zeige sich, dass sie die Erwartungen der Analysten klar übertroffen hätten. Die Umsätze fielen nach Berechnungen der DZ Bank um vier Prozent besser aus als geschätzt, die operativen Gewinne nahmen sogar um mehr als zweimal so stark zu wie erwartet. Die DZ Banker halten Aktien daher um rund ein Fünftel unterbewertet, raten Anlegern aber, erst bei Kurskorrekturen zu kaufen.

Auch die Strategen der LBB loben die "meist moderate Bewertung und starke Verfassung" vieler Firmen. Die Kurse stützen werden ihrer Ansicht nach zudem die unverändert hohe Liquidität am Markt und die niedrigen Rendite von Staatsanleihen. Am Freitag beflügelte der überraschend starke Anstieg neu geschaffener Arbeitsplätze in den USA im Oktober die Aktienkurse dies- und jenseits des Atlantiks. Spekulationen, dass die wirtschaftliche Erholung in den USA stagniert, schwächten sich damit ab. Gewinnmitnahmen bremsten die Aktienmärkte allerdings etwas und entließen Euro-Stoxx50, MDax und TecDax leicht im Minus ins Wochenende.

Für die Anleihemärkte bedeuteten die starken Arbeitsmarktzahlen hingegen Verkäufe und damit Kursverluste. Im Gegenzug kletterten die Renditen von Bundesanleihen sowie US-Staatsbonds. Anleihen der stark verschuldeten Randstaaten der Euro-Zone standen nach schwachen Konjunkturdaten aus Spanien erneut unter Druck. In Spanien ist das Wachstum im dritten Quartal wegen der härtesten Sparmaßnahmen seit 30 Jahren zum Stillstand gekommen. Die Kurse spanischer Staatsanleihen sackten ab, die Rendite der zehnjährigen Papiere stieg um 0,03 Prozentpunkte auf 4,34 Prozent. Auch die Renditen der griechischen und irischen Staatsanleihen legten weiter zu auf 11,3 und 7,5 Prozent. Dagegen stiegen die Kurse portugiesischer Bonds, was deren Rendite sinken ließ. Experten nannten den Spar-Haushaltsplan als Grund, den die Minderheitsregierung vergangene Woche durch das irische Parlament gebracht hatte, was aber die Märkte zunächst nicht honoriert hatten. Seit Wochen bereiten Anleihegläubigern die Pläne der EU-Staats- und Regierungschefs Kopfschmerzen, die private Gläubiger am Sanierungsprogramm hochverschuldeter Staaten beteiligen wollen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat nun Details für einen dauerhaften Euro-Schutzschirm vorgeschlagen, bei dem privaten Gläubigern erstmals Abschläge auf Forderungen drohen würden.

Den Euro sehen Strategen zwischen starken Konjunkturnachrichten und der Verschuldungskrise. Nach Gewinnen Anfang der Woche gab die Gemeinschaftswährung zum Dollar zuletzt nach auf 1,40 $.

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