Osteuropaphantasie beflügelt Kurse
Österreichischer Leitindex erreicht Rekordhöhe

Der Leitindex der Wiener Börse ATX hat gestern zum ersten Mal die Marke von 4 000 Punkten übersprungen. Um 10.53 Uhr notierte er bei 4001 Punkten, sackte dann allerdings wieder unter diese Grenze.

oli HB WIEN. Es könne möglicherweise einige Tage dauern, bis sich der ATX, der die Kurse der 20 größten österreichischen Aktien abbildet, dauerhaft über dieser Marke festsetzt, hieß es von Händlern. Gestützt wurde der Markt gestern von Kursgewinnen beim Energieversorger OMV, der drei Prozent gewann, nachdem Merrill Lynch die Aktie empfohlen hatte.

Dank der zahlreichen österreichischen Firmen, die in Osteuropa glänzend verdienen, hat der ATX in den vergangenen Jahren die Performance anderer Börsenindices in Westeuropa geschlagen. Allein 2005 legte er 51 Prozent zu. Allerdings führt der österreichische Kapitalmarkt innerhalb des Landes nach wie vor eher ein Schattendasein: gerade einmal sieben Prozent der Österreicher sind im Besitz von Aktien.

Börse und Politik nahmen deswegen gestern in Wien den neuen Höchststand zum Anlass, für den Kapitalmarkt zu werben. Michael Buhl, Mitglied des Vorstands der Wiener Börse, sieht bei der ATX-Entwicklung kein „Ende der Party“. Schließlich seien rund 80 Prozent der ATX-Unternehmen in Osteuropa engagiert, dessen dynamisches Wirtschaftswachstum sich auch in den kommenden Jahren als „kurstreibender Faktor“ erweisen werde.

Finanzminister Karl-Heinz Grasser sprach von einem guten Zeichen für den bevorstehenden Börsengang der Post, für den gestern formal der Auftrag an die Staatsholding ÖIAG erteilt wurde.

An der Wiener Börse sind in den vergangenen Wochen mit dem Versicherer Wiener Städtische und der Ersten Bank zwei Kapitalerhöhungen erfolgreich abgeschlossen worden. Mit Börsen-Covorstand Stefan Zapotocky und seiner Marketing-Chefin, die beide voraussichtlich in eine Investmentfirma wechseln wollen, verliert die Börse allerdings zwei ihrer Spitzenkräfte.

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