Parketthandel verläuft stärker als sonst
Regionalbörsen profitieren von frühem Xetra-Schluss

Nach Einschätzung von Händlern hat der erste Handelstag mit einer verkürzten Börsensitzung auf dem elektronischen Handelssystem Xetra dem Frankfurter Parkett mehr Aufträge verschafft. Auch die zweitgrößte deutsche Börse in Stuttgart zeigte sich am Montag mit dem ersten Xetra-freien Abendhandel zufrieden.

HB FRANKFURT. „Was wir am ersten Tag sehen, sind Order die wir sonst hier nicht bekommen hätten“, sagte der auf dem Frankfurter Parkett tägige Geschäftsführer des Börsenmaklers Concord, Joachim Llambi, am Montagabend. „Ob dies so bleibt, wird man erst Ende November sehen“, sagte er weiter. Auch an der Stuttgarter Börse war nach Angaben eines Sprechers deutlich mehr zu tun als üblich. „Das zeigt, dass es einen Bedarf für späten Aktienhandel gibt“, sagte der Sprecher.

Von diesem Montag an steht das elektronische Handelssystem Xetra, über das mehr als 90 % des Handels mit deutschen Aktien läuft, den Anlegern nur noch bis 17.30 Uhr MEZ und nicht mehr bis 20.00 Uhr zur Verfügung. Die Börse kommt damit den Großbanken entgegen, denen der umsatzarme Späthandel zu teuer geworden war.

Das Frankfurter Parkett, auf das 70 % der Umsätze im Handel außerhalb von Xetra entfallen, wird jedoch wie die Regionalbörsen weiter bis 20.00 Uhr für Anleger zur Verfügung stehen. Anleger, institutionellen wie private, die bisher ihre Order nach 17.30 Uhr über Xetra abgerechnet haben, können dies also nur noch über diese Plattformen tun. Einige Börsianer rechnen damit, dass sich diese Kauf- und Verkaufsaufträge auf mittlere Sicht in den Nachmittag hineinverlagern und somit Xetra zu Gute kommen.

Auf dem Frankfurter Parkett gingen am Montag nach 17.30 Uhr rund 2,3 Mill. Papiere um, dies entspricht einem Anteil von über zehn Prozent am Tagesumsatz. Nach Angaben der Börse liegt der Späthandelsanteil auf dem Parkett im Schnitt bei rund 7 %. „Wir wissen nicht, was das genau wert ist. Schließlich haben wir nicht jeden Tag eine so positive Börse und am Abend so wichtige Meldungen wie die US-Absatzzahlen der deutschen Autohersteller“, sagte LLambi mit Blick auf die Statistik. In Stuttgart stieg der Anteil des Geschäfts mit inländischen Aktien im Abendhandel auf 26 % des Gesamttagesumsatzes. Üblicherweise liegt er den Angaben zufolge bei rund 10 %. „Das liegt sicher auch an dem guten Börsentag. Aber es zeigt auch, dass die Privaten sich ihren Platz suchen“, sagte der Sprecher der Stuttgarter Börse.

Die deutschen Autohersteller vermeldeten am Abend nach 17.30 Uhr ihre Absatzzahlen für den abgelaufenen Monat auf dem wichtigen US-Markt und lenkten so mehr Aufmerksamkeit als um diese Uhrzeit üblich auf ihre Aktien. Der Deutsche Aktienindex (Dax) hatte im Xetra-Handel angetrieben von Konjunkturhoffnung 2,4 % zugelegt und um 17.30 Uhr nahe seines am Nachmittag markierten Jahreshochs von 3 750 Punkten geschlossen. Angesichts der positiven Stimmung an der Börse waren auf zumindest bei den Dax-Aktien die Umsätze auf Xetra trotz des verkürzten Handels genauso hoch wie im Schnitt der vorangegangenen 90 längeren Handelstage.

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