Börse Inside
Parmalat darf zurück an die Börse

Die italienische Börsenaufsicht Consob hat dem Skandalkonzern Parmalat grünes Licht für die Rückkehr an die Börse gegeben. Damit hat der Milch-Konzern, der 2003 nach Bilanzfälschungen unter einer Schuldenlast von 14 Mrd. Euro zusammengebrochen war, eine weitere Hürde genommen.

kk MAILAND. Wenn nun noch das Gericht in Parma und die Gläubiger den geplanten Umtausch von Verbindlichkeiten in Aktien absegnen, ist der Weg für den Börsengang der Parmalat SPA frei. Als frühester Termin gilt der September.

Die Aktie der Parmalat Finanziaria war am 29. Dezember 2003 vom Handel ausgesetzt worden, nachdem sie von mehr als vier Euro auf nur noch elf Cent gefallen war. Zur Parmalat Finanziaria gehörten mehrere Tochtergesellschaften, darunter auch die Parmalat SPA, die jetzt an die Börse gehen soll. Die Aktionäre der Parmalat Finanziaria selbst werden bei dem neuen Börsengang leer ausgehen. Das Tauschangebot gilt nur für die Besitzer von Anleihen und anderen Verbindlichkeiten.

Der Name Parmalat steht für den größten Bilanzskandal Europas. Nach dem Zusammenbruch hat der Insolvenzverwalter Enrico Bondi das Unternehmen aufgeräumt, die Geschäftsaktivitäten reduziert und gleich mehrere Banken verklagt, weil sie Mitschuld an dem Kollaps des Unternehmens tragen sollen. Der Schuldenstand von Parmalat lag Ende 2004 noch bei 11,4 Mrd. Euro.

Der Börsenwert des Parmalat-Nachfolgers wird von Analysten auf 1,5 Mrd. Euro geschätzt. Im Emissionsprospekt des Unternehmens sind verschiedene Risiken aufgeführt. Außer den finanziellen Risiken nennt das Unternehmen auch die Gerichtsprozesse in verschiedenen Ländern. Mit dem Börsengang werden die Banken voraussichtlich eine große Rolle als Aktionäre des Milch-Konzerns haben, da ihre Verbindlichkeiten in Aktien gewandelt werden.

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