Planspiel Börse
Wenn Schüler zu Börsenprofis werden

Jedes Jahr im Herbst geht es los: Die Börse muss sich europaweit von rund 200 000 zusätzlichen Augenpaaren kritisch untersuchen lassen. Auslöser ist das Planspiel Börse, das die Sparkassen seit über 25 Jahren organisieren. Die Schüler erhalten einen ersten Einblick in das Universum der Aktienmärkte.
  • 0

HB STUTTGART. Laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung wollen über 60 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren mehr über Wirtschaft wissen. Ein Wunsch, der sich mit dem Planspiel Börse der Sparkassen realisieren lässt. Die Schüler bilden Teams und eröffnen zusammen ein Depot mit 50 000 Euro virtuellem Guthaben, das ihnen für ihre Investitionen zur Verfügung steht. Auswählen können sie unter insgesamt 175 Wertpapieren (Studenten: 200).

Gemeinsam entscheiden sie, welche der Wertpapiere am erfolgversprechendsten sind und wie lange sie im Depot gehalten werden. Dabei erweitern die Teilnehmer ihr wirtschaftliches Grundwissen, lernen, wo man sich Informationen über Börse, Aktien und Unternehmen beschafft und wie diese zu bewerten sind.Insgesamt nehmen mittlerweile über 46 000 Teams aus sieben Ländern teil. Damit ist das Planspiel Börse das größte seiner Art in Europa.

Dass die Kaufentscheidungen bei der aktuellen Börsenlage nicht so leicht fallen, kann sich jeder denken. Dennoch wird es den Börsenneulingen auch dieses Jahr gelingen, selbst alte Hasen zu überraschen. Im vergangenen Jahr konnten einige Schülerteams durch den Handel mit VW-Aktien punkten: Sie hatten den Aktienmarkt aufmerksam verfolgt, sodass sie die Papiere rechtzeitig mit hohem Gewinn abstoßen konnten.

Aber Gewinn ist nicht alles: Ein neues Thema beim Planspiel Börse ist nachhaltiges Investment. Die Teilnehmer des Börsenspiels erweitern also innerhalb der Spielzeit ihr wirtschaftliches Grundwissen, lernen wo sie Informationen über Börse, Aktien und Unternehmen finden und wie sie Entscheidungen für das eigene Depot treffen. Eine Nachhaltigkeitsauswertung der Depots vermittelt die Bedeutung von nachhaltigem und langfristigem Anlageverhalten bei Wertpapieren. Vertiefend werden Beiträge, ein internet-basiertes Training sowie Diskussionen im Forum für alle angeboten. Eine grafische Aufbereitung zeigt den Branchenmix der Depots und macht auf die Diversifizierung aufmerksam.

Die Teilnehmer werden für Nachhaltigkeit sensibilisiert, lernen verantwortlicher mit Geld umzugehen und ihre Finanzen besser zu planen. Nebenbei üben sie erfolgreiche Teamarbeit und den Umgang mit Risiko und Wagnis, Unsicherheit und Zweifel. Sie eignen sich also Soft Skills an, die auch für die berufliche Zukunft von großer Bedeutung sind.

Außerdem gibt es für die Nachwuchs-Börsenprofis auch etwas zu gewinnen: Die Spanne reicht von Geld- und Sachpreisen über Börsenbesuche bis zu offiziellen Siegerehrungen. Auch die regionalen Sparkassenverbände stiften Preise. Die drei Siegerteams aus der Depotgesamtwertung und aus dem Nachhaltigkeitsranking reisen zudem für drei Tag nach Berlin. Die Sieger der Runde 2009 reisen schließlich zur europaweiten Siegerehrung nach Italien. Dort lernen sie die besten Teams der übrigen Teilnehmerländer kennen.

Das Handelsblatt begleitet das Planspiel Börse seit langen Jahren als Kooperationspartner. In diesem Jahr begleitet Handelsblatt.com das Planspiel erstmals mit einem umfassenden Online-Schwerpunkt. Auf einer eigenen Seite können sich Schüler über das tagesaktuelle Börsengeschehen ebenso informieren wie über Grundwissen und Hintergründe zum Aktienmarkt.

Kommentare zu " Planspiel Börse: Wenn Schüler zu Börsenprofis werden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%