Pleitebank: Lehman-Kunden bekommen mehr Geld zurück

Pleitebank
Lehman-Kunden bekommen mehr Geld zurück

Kunden der Pleite-Investmentbank Lehman Brothers können auf die Auszahlungen weiterer 15 Milliarden Dollar hoffen. Darauf mussten sie viereinhalb Jahre lang warten.
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New YorkVier Jahre nach der Pleite von Lehman Brothers können nun auch Großanleger entschädigt werden, die mit der US-Investmentbank gehandelt haben. Nach der Billigung eines Vergleichs zwischen mehreren Konzern-Gesellschaften durch Insolvenzrichter James Peck können 15 Milliarden Dollar an Kunden der Handelssparte Lehman Brothers Inc ausgezahlt werden. Der dafür zuständige Treuhänder James Giddens sprach von einem "Meilenstein" in einem komplexen Prozess. Kleinanleger waren bereits kurz nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008 ausgezahlt worden.

Dass es für die Großkunden so lange gedauert hat, lag an Rechtsstreitigkeiten zwischen den verschiedenen Gesellschaften im Lehman-Konzern. Die Muttergesellschaft Lehman Brothers Holdings hatte beim eigenen Brokerhaus ursprünglich Ansprüche über 19,9 Milliarden Dollar angemeldet, muss sich nun aber mit 2,3 Milliarden begnügen. Für die Europa-Tochter, die in Großbritannien abgewickelt wird, bleiben von 24 Milliarden nur neun Milliarden Dollar. Sobald ein britisches Gericht am 1. Mai der Einigung zugestimmt hat, kann Giddens nach eigenen Angaben mit der Auszahlung beginnen. Unbesicherte Gläubiger von Lehman Brothers müssen abwarten, ob nach der Auszahlung an die Kunden noch etwas für sie übrig bleibt.

Die Handelssparte von Lehman war getrennt von der Holding liquidiert worden, weil es für die Abwicklung von Brokern in den USA ein eigenes Gesetz gibt. Das operative Broker-Geschäft in den USA war größtenteils an die britische Bank Barclays gegangen.

Die Muttergesellschaft Lehman Brothers Holdings ist gerade dabei, 65 Milliarden Dollar nach einem Insolvenzplan an ihre Gläubiger auszuschütten. Dazu gehört auch die deutsche Lehman Brothers Bankhaus AG, über die die US-Investmentbank einen Großteil ihres Kreditgeschäfts abgewickelt hatte. Die Lehman-Zertifikate, die die Bank an viele Privatkunden verkauft hatte, wiederum kommen von der niederländischen Tochter. Die Europa-Tochter hatte Anfang der Woche erklärt, sie könne die Ansprüche ihrer Gläubiger womöglich vollständig bedienen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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